Still Blooms markiert den wohl bedeutendsten Einschnitt im Sound von Church Girls. Ihr eher verkopfter Post-Punk der Vorgängeralben erlebt hier die Metamorphose zum eingängigen Pop-Punk.  

Drei Alben lang suhlte sich die vierköpfige Band Church Girls aus Philadelphia in schmerzlichen Post-Punk-Gefilden. Mit neuem Gitarristen und Produzenten an Bord, kreiert die Band dieses Jahr einen deutlich dynamischeren und fröhlicheren Sound. Dass die ganze Nummer nicht in den Bereich des Bubble-Gum-Pop abrutscht, ist letztlich dem gut geölten Bandzusammenspiel und der mitreißenden Stimme von Sängerin Mariel Beaumont zu verdanken. 

Punk mit Ohrwurmsound

Bereits der Opener, Surface, brilliert mit einem packenden Riff und einer catchyness, wie man sie bei den Curch Girls so noch nicht gehört hat. Und auch die Vorabsingle veredelte diesen Sommer sicher so manche Alternative-Playlist mit ihrem Ohrwurm-Refrain:

We’ve separated now / The known place has flamed out / And we’re learning not to yearn for it at all / The grid went spinning out / There’s no going back now / We’re burning out, unfurling through the fall.

Eine Nummer wie August stößt anschließend zwar keine neuen Türen auf, gefällt aber durchaus mit seinen deutlichen Pop-Anleihen. Wer es noch eingängiger braucht, skipt dann einfach mal weiter zu Vacation. Aber hinterher nicht über den Ohrwurm beschweren. Ähnlich funktioniert auch Undone, aus dessen Lyrics sich quasi der Albumtitel ableiten lässt:

Unwind the clocks, pull the blinds, and you’ll find the sky still Blooms.

Ein steter Spagat

Wer jetzt damit rechnet, dass der Band doch irgendwann ihre eingängigen Melodien ausgehen müssen, der täuscht sich. Auch die zweite Albumhälfte begeistert. Basement, Dune, Dissolve – alles Hits mit der Gitarre am rechten Fleck. Dabei gelingt der Band ein steter Spagat zwischen Überschwang und Verzweiflung, was auf der einen Seite zum vielleicht emotionalsten Church Girls Album bis dato führt, auf der anderen Seite aber auch zum eingängigsten. 

Still Blooms erschien am 8. Oktober 2021 bei Anchor Eighty Four (USA) und Big Scary Monsters (UK). 

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