Der Protagonist in dem neuen Buch von T.C. Boyle, Sprich mit mir, heißt Sam.

Sam liebt Pizza, Cheeseburger von der bekanntesten Fastfoodkette und trägt fast immer Latzhose. Regelmäßig trinkt er Wein oder Gin Tonic am Abend oder raucht einen Joint, da er dann besser schlafen kann. Sam macht vor Freude Hu-Hu-Hu und kann einzelne Wörter gebärden. Sam ist ein Schimpanse und zu Beginn des Romans lebt er im Zuge eines Forschungsprojekts (Spracherwerb von Schimpansen) auf einer Ranch in Nordamerika zusammen mit dem Professor Guy und einigen Student:innen.

Die Studentin Aimee sieht Sam eines Tages im Fernsehen und der Professor Guy kommt ihr auch irgendwie bekannt vor. Wie es der Zufall so will, werden gerade neue Hilfsstudent:innen für das Projekt gesucht und Aimee bekommt den Job. Ab dann beginnt eine wundervolle Liebesgeschichte, ein Roadmovie der besonderen Art und die Reise in die Gedankenwelt von Sam.

Sprich mit mir hat zwei Erzählstränge. Im ersten Strang nimmt uns der allwissende Erzähler mit in die Geschichte von Sam, Aimee und Guy und natürlich allen anderen Personen. Der zweite Erzählstrang ist die Perspektive von Sam auf die Geschehnisse. Seine Gedanken, seine Emotionen wie Glück und Angst, seine Sicht der Dinge.

T.C. Boyle bringt uns in diesen Kapiteln unglaublich nah an den erst kleinen, später größeren Schimpansen heran. Knappe vier Jahre beträgt die Zeitspanne des Romans, bei dem man mitfiebert, mitleidet und auch mal mitweinen muss, weil die Beziehung zwischen Sam und Aimee etwas Besonderes ist und weil Sam etwas Besonderes ist.

T.C. Boyle schafft es in Sprich mit mir auf ca. 350 Seiten eine Geschichte entstehen zu lassen, die mehr als nur ein Roman über einen Schimpansen ist. Es ist ein Roman, die die unschöne gewollte Überlegenheit des Menschen gegenüber anderer Lebewesen aufzeigt und außerdem herausarbeitet, als was wir Menschen Tier in den meisten Fällen sehen: Als Sache.

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.