Die Pariser Commune (La Commune, 1895) von Louise Michel wurde anlässlich des 150. Jahrestages nun das erste Mal ins Deutsche übersetzt, mit großem Gespür für Sprache hat dies Veronika Berger gemacht, und vom Mandelbaum Verlag veröffentlicht.

Die Ereignisse jener zwei Monate 1871 in Paris, in denen plötzlich eine andere Welt möglich schien, sind vielen Menschen sicherlich zumindest oberflächlich ein Begriff. Die Übersetzung ermöglicht nun ein tiefes Hinabtauchen in den Kampf, die Ideale, die Prozesse und die blutige Zerschlagung dieser kurzzeitig gelebten Utopie, in der Frauen und Männer gleichgestellt, die Kirche vom Staat getrennt, Kollektivierung ein lebendiger Begriff war(en). Die Pariser Commune ist ein fantastischer wie grausamer Zeitzeuginnenbericht, gelebte Geschichte und die Hoffnung, das eine andere Welt möglich ist. Es ist außerdem ein Appell für seine Ideale einzustehen und dafür zu kämpfen, allen Widersachern zum Trotz.

Louise Michel war Lehrerin und 1871 als Krankenschwester selbst bei dem Aufbau und der Zerschlagung der Pariser Commune dabei und ist als die „rote Jungfrau von Montmartre“ in die Geschichte eingegangen. Das von Veronika Berger übersetzte Buch ist ein Geschenk für all diejenigen, die sich mehr mit dem historischen Ereignis befassen möchten und zugleich ein hervorzuhebendes Stück Zeitgeschichte.

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