Positive Dinge zuerst: Flavian Grabers Stimme zieht einen vom Opener „Mont Blanc“ bis zum Closer „Sleeptalker“ in ihren Bann. Tom Smith (Editors) lässt grüßen. We Invented Paris verführen auch auf ihrem zweiten Album „Rocket Spaceship Thing“ zum Träumen und zu fröhlich-kindlicher Naivität.

„Rocket Spaceship Thing“ ist eine Art akustische rosarote Brille. Zuckersüße Schallwellen in allen Farben des Regenbogens strömen mitten ins Herz. Couchsurfing-Touren, Wohnzimmerkonzerte und ambitionierte DIY-Attitüde klingen im ersten Moment sehr sympathisch, der penetrante „Friede, Freude, Eierkuchen“-Nachgeschmack bleibt allerdings schal am Gaumen kleben.

Folk in wattebauschiger Vintage-Verpackung gepaart mit fluffigem Indie-Pop und wirklich intelligenten Texten. Aber auch die sind ein bisschen Retro. Ganz so als würde man in Jules Vernes-Manier auf den Spuren von Pionieren und Wissenschaftlern wandern („Auguste Piccard“, „Zeppelins“).

Herr Graber hat nicht nur Bandkollegen um sich geschart, nein, das Künstlerkollektiv bezeichnet sich selbst als Familie. Sogar selbstgebackene Weihnachtskekse wurden von den ambitionierten Künstlerinnen und Künstlern verschickt. Das ist irgendwie unheimlich. Aber das ist bei der wundervollen Musik ganz schnell vergessen.

01. Mont Blanc
02. Auguste Piccard
03. Everyone Knows
04. Dance On Water
05. Zeppelins
06. Farmer
07. Polar Bears
08. Philosopher
09. Treeless
10. Requiem
11. Sleeptalker

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.