Verflucht schwierig in diesem Post-Rock Überangebot noch herauszustechen. Irgendwie wurde doch mit bezeichnend wenigen Worten bereits alles gesagt. Dem Gesetz der Logik folgend konnten sich dementsprechend nur eine Handvoll Bands aus dieser Bredouille befreien und mit wenigen aber essenziellen Werken die Eckpfeiler für ein Genre bilden, das mittlerweile irgendwo zwischen Stagnation und Genius herumirrt wie ein Schiff auf hoher See und auf der nun auch noch ein Quintett, das gar keines ist, sein ‘Rope For No-Hopers’ auswirft.

Und wie es das Label Etikett schon vermuten lässt, lädt Denovali mit dieser siebenköpfigen Freibeuter-Bande nicht gerade zum leicht verdaulichen Kaffeekränzchen. Nein, hier geht es um die verzweifelte Suche nach einem Platz zum Ankern. Um das Dasein und die Reise zu sich selbst auf der diese junge Band aus Bristol, höchst dramatisch von schwermütigen Streichern und gelegentlichen irrsinnigen Screams begleitet, ihren größten Schatz erwartungsvoll in die Waagschale wirft. Eine unendlich tiefe Melancholie, die zu keinem Zeitpunkt weichen will und dieses Debüt zu einer speziellen Angelegenheit macht, die in ihrer Konsequenz einzigartig kompromisslos der ewigen Schönmalerei des Postrocks an den vergilbten Kragen geht.

Das reicht musikalisch zwar nicht immer für begeisterte Jubelstürme, aber das wäre ja auch der reinste Antagonismus und so besinnen sich The Pirate Ship Quintet auf ihre Stärke, die Dopamin Produktion eines Menschen gekonnt zum Scheitern zu bringen.  Damit bleibt man sich selbst zumindest treu und kann zudem mit einer tollen analogen und wenig verfremdeten Produktion herkömmliche riesige walls of sound umschiffen um den Effekt der Wahrhaftigkeit und Zerbrechlichkeit gekonnt am Leben zu erhalten. Ein dezent stärkerer Gitarrenanschlag, ein leicht angehobener Beat oder ein zweites Streichinstrument verdichten hier Musik subtil zur Klimax und so macht es schon widersinnig viel Spaß dieser Band beim Leiden zuzuhören. Der Aufgabe mit diesem Album ein ‘Rope For No-Hopers’ schaffen zu wollen, waren sie allerdings noch nicht gewachsen. Den Postrock aber wieder zu mehr Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zu ermahnen, gelingt The Pirate Ship Quintet aber umso deutlicher.