Furioses Post-Metalcore Debut.

Vö: 07.09.2018

Dedication Records

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Ja sowas, da hat die neue Band von einem anderen, geschätzten PiN Schreiberling ein neues Stückchen Musik geschaffen und stellt sich dabei auch noch alles andere als dusselig an!

„Sad & Done“ ist die Debut EP der Formation Sleeping God und enthält vier gleichwertig fette Riffbretter.

Das als Opener herrlich konträr benannte „Farewell“ grooved gleich zu Anfang mit einem alleinig auf der Gitarre geschrubbten Riff, bis sich der Rest der Instrumente brachial ins Geschehen wirft. Musikalisch sind wir augenscheinlich im klassischen Metalcore zu Hause, wofür auch der Wechsel aus derbem Geschrei und zwischenzeitlichen, cleanen Gesangsparts typisch ist. Manchmal fühle ich mich auch an die besseren Nu-Metal Kapellen aus den glorreichen 90ern erinnert, aber wirklich nur im positiven Sinne. Plötzlich und unerwartet scheppert ein blütenreiner Post-Hardcore Part in die Szenerie und sorgt für die nötige Abhebung vom Einheitsbrei. Gefühl, Härte, Melodie und gutes Songwriting. Was will man mehr? „Oh Fortune“ ist mitnichten ein orffsches, perkussives Stück, sondern natürlich eine neue Post-Core Walze! Langsam und dramatisch beginnt es mit cleanen Gitarren und einem eher erzählerischen Gesang, bis das obligatorische Gekeife einsetzt. Überhaupt wird hier eine haarsträubende Mischung aus Wut und Verzweiflung geschaffen, die es schafft, mir ein Schaudern über den Rücken zu jagen. Es wird groovend geprügelt, bis ein vergleichsweise lieblicher Chorus das Leid aufreißt. Cleaner Gesang und Geschrei liegen übereinander und passen unsagbar gut zueinander! Eine plötzliche Stille gebiert manische Garstigkeit. „I will fucking kill you“, ich glaub’s Dir! Ein langsamer Post-rockiger Part ergießt sich in Black-Metal artige Raserei und mündet in einem epischen Finale.

Das auch wieder treffend betitelte „Sanity Fades“ droht mir brutal im Midtempo-Bereich und schreddert in bester Metalcore Manier. Zum ersten und wirklich einzigen Mal erscheint der cleane Gesang im Chorus eher hoffnungsvoll und erhellend, und irgendwie weiß man gerade gar nicht, wie man damit jetzt umgehen soll. Es wird zusätzlich noch etwas verträumt, als eigenartige, aber sehr angenehme Post-Rock Parts in den Raum flirren. Das Titelstück schließt das Werk und ist zweifelsfrei als atemberaubender Höhepunkt des Gesamtwerks zu sehen. Ein sehr klassisches, zum Glück kein Stück steriles oder künstliches Klavier und Post-Rock Töne stricken ein melancholisch waberndes Konstrukt, dass ständig weiter aufgebaut wird. Der Post-Harcore vom Anfang ist zurück und wird wohlwollend aufgenommen. Dazu kommt eine feine Frauenstimme, die mit dem Cleangesang und den Screams eine sich hervorragend ergänzende Einheit bildet und für weitere Wucht sorgt. Das Klavier lässt sich unterdessen nicht aus dem Geschehen drängen und blitzt immer wieder durch die kompromisslosen Riffs durch. Es gewinnt kurz die absolute Oberhand und der Frauengesang legt sich wie ein Seidentuch über die Tastentöne. Ein pianounterlegtes Rauschen begleitet uns hinaus und schließt dann hinter uns ab…

Für einen Erstling wurde hier in keiner Weise gekleckert, alles ist hervorragend stimmig und gut komponiert. Manchmal, vor allem aber im finalen Track, gibt es sehr viel gleichzeitig abgefeuerte Eindrücke zu verarbeiten, was vielleicht nicht beim ersten Hören gelingen mag. Ansonsten kann man hier wieder nur auf den hoffentlich zeitnah folgenden Longplayer gespannt sein.

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