Das Duo überzeugt auf Albumlänge mit vielen Ideen, soundtechnischen Spielereien und intelligentem Songwriting. Ihre Mischung aus Doom, Post-Rock und Post-Metal ist den Alben von ISIS nicht ganz unähnlich, aber man spürt zwischendurch auch, dass die beiden Herren auch das eine oder andere Collapse Under The Empire Album gehört haben müssen.

Kennt ihr das, wenn in der sommerlichen Hitze sich Abends so langsam aber sicher dunkle Wolken auftürmen, der Himmel sich schleichend verändert, und die bunten Farben des sommerlichen Tages sich zu einer bedrohlichen Farbmischung verdunkeln? Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Opener des mir vorliegenden Albums dieses österreichischen Duos aus Salzburg.

Der Song „Ghost Of Yesterday“ beginnt mit einer wunderschönen, clean gespielten Akkordfolge die vom Soundbild irgendwie an Nirvana erinnert. Nach den besinnlichen ersten zwei Minuten baut sich der Song langsam, wie ein drohender Gewittersturm, und behäbig auf. Vocals (Gebrüll) der Marke ISIS (ja, die Band meine ich) verfeinern diesen Song in seiner unbändigen Wucht und das im Hintergrund dezent platzierte Piano schaffen eine unfassbar beklemmende Atmosphäre. Wenn dann im Finalen Part noch die Double-Bass Attacken des Schlagzeugs einsetzen ist der Höhepunkt erreicht. Intensiv wie ein Naturschauspiel wirkt dieser 9 minütigen Opener der so ziemlich alles was Post-Rock und Post-Metal ausmacht ineinander vereint.

Das darauf folgende „1953“ ist so etwas wie die kurze Ruhe nach dem Sturm. Schöne Post-Rock artige Gitarrenpickings und dezentes Schlagzeug erzeugen eine gewisse Art von Wohlfühlatmosphäre. Doch dieser knapp 15 Minute Track täuscht den Hörer und mündet in einem Hit verdächtigen Riffgewitter um kurz darauf wieder den ruhigen Ausklang zu finden. Das Duo beherrscht ihr Handwerk auf jeden Fall und der Gegensatz von Schönheit und brachialer Härte wird gekonnt inszeniert.

Der Titelsong „Merging Land And Sky“ ist in seiner Kompaktheit und Aggressivität und Brutalität ein wahrer Hit für jeden Post-Metal Fan. Markerschütterndes Gebrüll und Riffs von einem anderen Stern gepaart mit wunderschönen Post-Rock Gitarren machen diesen Song zum echten Highlight diese Albums. Wer es schafft, in den ersten 3 Songs so viele Facetten der Rockmusik auf einem solch hohen Niveau zu präsentieren, hat eigentlich alles richtig gemacht.

„Falling Giants“ fischt mit seinen Double Bass Schlagzeug Parts in Metal Gewässern um kurze Zeit später wieder entspannt dem Post-Rock zu föhnen. Nach fast sieben Minuten endet der Song mit verhallten Gitarren und macht deutlich, dass Sea Of Dosierter in der Lage sind mit ihren Songstrukturen sowohl den Post-Rock Hipster als auch jeden Metal Head glücklich machen kann. „As The Clouds Disperse“ überzeugt zu beginn mit Cleanen zweistimmigen Vocals und einer ruhigen, ja fast balladesken Stimmung. Nur langsam steigert sich der Song ohne jemals auszubrechen. Mit seinen etwas mehr als 10 Minuten wirkt das leider etwas zäh und langatmig. Dennoch ist es ein gelungener Song der Melancholie und Trauer optimal vertont.

Der Schlusssong „Horizon“ beendet dieses unglaublich vielschichtige Album mit einer fast Post-Punk artigen Art und Weise und zeigt ein letztes Mal wie unglaublich vielschichtig dieses Duo zu Werke geht. Wenn dann im Schlusspart meterhohe Riffwände mit Post-Rock Gitarren verschmelzen, spürt man die Intensität und Kreativität von Sea Of Disorder.

Das Duo überzeugt auf Albumlänge mit vielen Ideen, soundtechnischen Spielereien und intelligentem Songwriting. Ihre Mischung aus Doom, Post-Rock und Post-Metal ist den Alben von ISIS nicht ganz unähnlich, aber man spürt zwischendurch auch, dass die beiden Herren auch das eine oder andere Collapse Under The Empire Album gehört haben müssen. Wirklich neu ist hier also nichts, aber die gekonnte Kombination aus verschieden Stilrichtungen der heutigen Gitarrenmusik macht dieses Album zu einem echten Erlebnis. Das Album ist sehr gut produziert und klingt druckvoll und mächtig. Wer außerdem noch einen Blick auf die Gästeliste der mitwirkenden Musiker wirft, wird feststellen das sowohl Kollegen von Sól und Mouth Of The Architekt als auch von der Post-Rock Band Ef mit von der Partie sind. Wem also die hier genannten Bands irgendwie ein Begrifff sind der sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Es lohnt sich!

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