Harte Schwere, schwere Härte. Die inzwischen dritte Veröffentlichung der Stuttgarter verpasst dem Genre des Post-Hardcore einen frischen Anstrich, ohne dabei neue Farben anmischen zu wollen.

Genauer gesagt bedienen sich Reznik Syndrom frei an verschiedenen Genres; nehmen Elemente aus Post-Rock, Hardcore und mischen sie mit Elementen aus Emo. Jedoch wirkt es im Gesamtkonzept wie ein eigener Stil, der seinen letzten Schliff durch die eher ungewöhnlich klingende Stimme von Jörg verliehen bekommt.

Diese mag bei den ersten ein oder zwei Durchläufen der LP ungewohnt und eher wie ein Brüllen klingen. Dennoch machen gerade die Vocals einen eigenen Charme in der Musik aus, da der Text nicht einfach über bzw. zu den Instrumenten ins Mikrophon geschrien wird. Vielmehr klingt es, als müsste viel Kraft aufgewandt werden, um den tief im Bauch angestauten Emotionen Luft zu machen. Korrekturen klingt daher wie die Platte einer Band, die ehrlich das vertont, was im Inneren ihrer Musiker brodelt ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Instrumentales Können, bauchige Riffs und Vocals, rau und klar, sorgen auf dem ersten Langspieler von Reznik Syndrom für eine schwere Stimmung mit verlorener Atmosphäre.

Anspieltipps: „Zusammen ertrinken“, „Ruin“

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