An dieser Stelle werden Fans der älteren Sachen, insbesondere der „Prelude“ und „Brave Enough to Fail“ EPs den drückenderen Sound vermissen. Alles ist noch ein bisschen sanfter, ein bisschen ruhiger. Die schnelleren Parts weichen mehr und mehr.

Vier Jahre nach “Love Let Me Go” veröffentlichen More Than Life mit “What’s Left Of Me” ihren nächsten Longplayer. In der Zwischenzeit ist bei den Engländern viel passiert. Anfang 2012 wurde die letzte Tour der Band bekannt gegeben. Allerdings hielt diese Aussage nur knapp 1,5 Jahre. More Than Life sind also schneller auf die Bühne zurückgekehrt als Tool für das Schreiben eines Songs benötigen. Was man davon halten mag ist an dieser Stelle wohl jedem selbst überlassen.

Auch das Label hat sich geändert. So ist die Band vom vielerorts skeptisch betrachteten Pugatory Records zu Holy Roar Records gewechselt. Dem Album hat es auf den ersten Blick nicht geschadet. Am Sound der Platte bzw. der Produktion gibt es nichts zu meckern. Da wurde ganze Arbeit geleistet.

Der Sound ist sehr emotional geraten. Sänger wirkt klagend bei seinen Shouts, fast weinerlich. Oft wird auch cleaner Gesang eingestreut, welchen der Sänger ebensfalls auf einem guten Niveau beherrscht. Die Lyrics spielen, wie sollte es anders sein, eher auf der zwischenmenschlichen Ebene. Ein perfektes Beispiel ist hier „Do You Remember“. Ein sehr langsamer, ruhiger Song. Die Gitarren verbreiten keine Härte, sondern unterstreichen die gefühlvolle Stimmung. Drückende Parts oder gar Breakdowns sucht man auf der ganzen Platte vergeblich. Der Opener der Platte „What’s Left Of Me“ ist dabei noch eins der härteren Stück ohne dabei aus der Reihe zu tanzen. Es geht aber zumindest etwas schneller zur Sache.

An dieser Stelle werden Fans der älteren Sachen, insbesondere der „Prelude“ und „Brave Enough to Fail“ EPs den drückenderen Sound vermissen. Alles ist noch ein bisschen sanfter, ein bisschen ruhiger. Die schnelleren Parts weichen mehr und mehr. Das soll nicht heißen, dass More Than Life nicht mehr wie More Than Life klingen, aber die Unterschiede sind doch merklich. Es ist sicherlich ein gutes Album, aber es beschleicht einen das Gefühl, dass die Band versucht im Fahrwasser von La Dispute und Touché Amoré mitzuschwimmen. Hoffentlich wird bei zukünftigen Auskopplungen wieder mehr Wert auf „härtere“ Songs gelegt.

01 Asleep
02 Weight of the world
03 What’s left of me
04 You’re not alone
05 Threshold
06 Seasons change
07 Do you remember
08 Sometimes
09 Love is not enough

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