Girl-Next-Door-Folk trifft auf düsteren Down-Beat Elektro- die Luxemburger Monophona wissen genau, wohin ihr musikalischer Weg sie führen soll: im Kreis.

2010 beschließen die Folksängerin Claudine und der DJ Chook erstmals, im Dunkeln nach der gemeinsamen Schnittmenge ihrer Musik zu tasten. Auf „Black On Black“, ihrem zweiten Album, wird das Duo um Drummer Jorsch erweitert.

Der Kontrast von Claudines verträumter, beinah überzuckerter Stimme, die sich aus hypnotischen Trip-Hop-Synths schält, erinnert an Grimm’sche Märchendramaturgie: Unschuldiges Mädchen verirrt sich im Finsterwald. Im Gegensatz zu Rotkäppchen hat Claudine allerdings ganz und gar nicht eilig, einen Ausweg aus den sich zäh voranwälzenden Elektroschleifen zu finden.

Verweise auf Björk sind durchaus nicht unangebracht, wenn beschwörend verzerrter Gesang und kühle industrial Beats sich mal ins beinah schamanische steigern, mal in flirrenden Indietronic ausufern, der sich auch in jedem Undergroundclub sehen lassen könnte, in dem man nur prickelnde Getränke mit Gurke darin zu sich nehmen darf.

Auch Akustikgitarre und Klavier geistern durch den schlafwandlerisch entschleunigten Sound von Monophona und hauchen ihm dort Leben ein, wo er in monotone Glätte abzurutschen droht. So irrt das Trio genüsslich immer weiter geradeaus, streut „a mole size of a breadcrumb“ und hofft, so schnell nicht anzukommen.

1. Black on black
2. Thumb
3. Yes yes
4. A mole size of a breadcrumb
5. Forest of wonders
6. The hill
7. Heavier slower
8. Ribbons
9. All downhill from here
10. Ricochet

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