Passend zum neuen Jahr kommt Ende Januar die Leitkegel/I like Ambulance-Split. Auf der 4-Song-EP findet sich ein schöner Mix aus brettigen Gitarren, einfallsreichen Texten und wohldosierter Melancholie.

Nach der 2013 auf dem PiN-Netlabel bzw. als Re-release im November über Colline Noire erschienenen „Raketenwissenschaft“ gehen Leitkegel ihren Weg konsequent weiter. Schall und Rauch eröffnet die Platte zunächst mit einem eher schleppenden Intro, nimmt dann jedoch Fahrt auf und schleudert dem Hörer eine wütende Hasstirade entgegen. „In deine Hände leg ich meine Meinung nicht, die ist ja eh viel zu schwer für dich, in deinen Augen kann ich dein Urteil sehen, schon bevor du davon sprichst!“ Eine Abrechnung, die mehr auch gar nicht sein will, sich als Opener aber wunderbar anbietet.

Kein Schlaf bis List schlägt etwas nachdenklichere, aber nicht weniger intensive Töne an. Dieser Song erinnert mich auf positive Weise an The Hirsch Effekt; dabei musikalisch straighter, aber auch mit weniger Pathos, als die Hannoveraner zuweilen an den Tag legen. Erneut stechen besonders die poetischen Lyrics hervor, die in bildhafter Sprache persönliche Eindrücke behandeln. Ein zugleich leiser und kraftvoller Song, der im Gedächtnis bleibt.

Der Unterschied zu I Like Ambulance, die die zweite Hälfte der EP bestücken, ist sofort offenkundig. Glück ist eher Pop-Punk, verdammt eingängig und weniger sperrig, als Leitkegel sich manchmal geben. Der Gesangsstil hat jedenfalls etwas Eigenes und bietet eine schöne Abwechslung. Der Song geht gut nach vorne und der Chorus lässt an der Radiotauglichkeit keinen Zweifel.

Via Negativa, das die EP beschließt, wartet mit ein paar mehr Breaks auf und lässt im Text eine gewisse Melancholie im Hinblick auf die Zukunft durchscheinen. Ob diese jedoch die Oberhand behält, bleibt dem Hörer selbst überlassen.

Insgesamt eine sehr gelungene EP, die Lust auf mehr macht – hier sollte man ruhig mal ein offenes Ohr riskieren!



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