KRITIK: Yottagon – Past//Future//Tense

KRITIK: Yottagon – Past//Future//Tense

Wer behauptet, heutzutage – und insbesondere aus Deutschland – würde man einfach nichts Neues mehr an Musik zu Gehör bekommen, der/die sollte es vielleicht einfach mal mit der Kölner Formation Yottagon versuchen, vorausgesetzt man macht bei der bloßen Erwähnung von Kategorisierungen wie Jazz, Prog oder auch Math aus Angst vor Überforderung nicht sowie schon sofort die Ohren dicht. 

Past//Future//Tense heißt deren neuestes Album, wie der 2020er Vorgänger Tristopia auf Vinyl und digital auf dem (vermutlich bandeigenen?) Label Broken & a Logic erschienen, welches sich auf die Fahnen geschrieben hat „musikalische Träume einer möglichen Zukunft“ zu verkaufen, was für den Sound von Yottagon, auch in Anbetracht des Albumtitels, schon mal ziemlich zutreffend ist. 

Trotz dessen, dass Yottagon das Rad hier natürlich nicht gänzlich neu erfinden, kann man natürlich sehr wohl behaupten, dass ihr dicht fusionierter, experimenteller Sound als innovativ und zukunftsweisend bezeichnen werden kann.

Eine Art Future-Jazz, durchkreuzt von z.T. Math- und Progrock-Strukturen und verschmolzen mit melodieführendem Saxofonspiel und Synthesizersounds, welcher sich im Gesamtkontext der Songs auch nicht davor scheut in chaotischere Soundexperimente auszubrechen, welche die eigentlichen Songstrukturen jedoch niemals gänzlich auflösen. Als geneigte:r Hörer:in experimentellerer Klänge vermag man auf Past//Future//Tense hier und da eine Parallele zu King Crimson während ihrer the construKction of light-Ära auszumachen. Auch fühle ich mich angenehm an ein mittlerweile leider inaktives Londoner Soundkollektiv namens Snorkel erinnert, die ähnlich wie auch Yottagon ihren Sound aus Zutaten von Electronica, Post-Rock, Avantgarde-Jazz und Improvisation speisen oder auch Carter Burwells hervorragenden Soundtrack zum Spike Jonze-Film Adaptation. Wie dem auch sei, für das renommierte moers festival, Deutschlands Event Nr. 1 für weiterdenkende Soundexploration, war die Soundmixtur der Kölner auf jeden Fall interessant und spannend genug, um sie 2019 auf die Bühne zu holen. Vermutlich und hoffentlich wird es nicht das letzte Mal gewesen sein.

Yottagon sind absolut dazu in der Lage mit ihren zwingenden, dicht gewobenen Kompositionen Liebhaber:innen unterschiedlichster Genres zu begeistern.

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Von Veröffentlicht am: 08.04.2022Zuletzt bearbeitet: 08.04.2022343 WörterLesedauer 1,7 MinAnsichten: 805Kategorien: Alben, KritikenSchlagwörter: 0 Kommentare on KRITIK: Yottagon – Past//Future//Tense
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Über den Autor: Jens Broxtermann

"Most of it is crap. In all forms of music. Find the little diamonds here and there in a bunch of shit. That’s how it happens. To me. And that’s how it’s always been. I never thought that there’s a golden era of any type of music. There are just as many crappy bands 30 or 40 years ago as are now." (Buzz Osbourne, (the) Melvins)

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