Das Jahr 2022 beginnt musikalisch aufregend: The Weeknd meldet sich nach seinem Hitalbum After Hours mit Dawn FM zurück. Hat Dawn FM eine ähnliche Hit-Dichte? Nein. Ist es trotzdem gut? Ja.

After Hours als “Hitalbum” zu bezeichnen ist im Grunde eine Untertreibung. Wenn The Weeknd gewollt hätte, hätte er auch noch drei weitere Songs auskoppeln können und hätte damit die Charts weiterhin dominiert. Aber so ganze ohne Tour hat er einfach mal das nächste Kapitel mit seinem Charakter gestartet – den Anfang einer neuen Trilogie, wie er via Instagram jüngst verkündete.

Auf Dawn FM verfolgt The Weeknd das Konzept einer Radioshow, mit Jim Carrey als Moderator, mit Jingles, Werbespots und Songs unterschiedlicher Stile, die aber ein homogenes Ganzes ergeben. Ganz so, wie es eine perfekte Radioshow auch tun würde. Dazu kommt noch ein Interlude von niemand anderem als Quincy Jones. Und damit ist man dann auch schon sofort bei der wichtigsten Bezugsgröße für das Album: Michael Jackson, nur halt ohne die Pädophilie und stattdessen mit Drogen, Depressionen und unerfüllter Liebe. The Weeknd hat es einfach drauf und er hat mit Max Martin (und anderen) auch den Producer an seiner Seite, der all das in maximaler Hitqualität rauskitzelt. Die Sounds sind immer noch sehr stark von den 80ern beeinflusst, aber auch Spuren von EDM, Synthie-Disco und andere sind deutlich zu hören.

Was man etwas bemängeln könnte, ist der Eindruck, vieles schon mal so ähnlich gehört zu haben. Musikalisch innovativ ist das hier nicht gerade, aber darum geht es bei dem Radiokonzept auch gar nicht. Er kann alles, macht alles und das alles sehr gut und mit einer Stimme, die alles andere in den Schatten stellt was sonst so in den Charts rumdümpelt. Ein zweites Blinding Lights ist zwar nicht dabei, aber How Do I Make Me Love Me oder Don’t Break My Heart haben Hitpotential. Und um es noch mal zu sagen: Dass The Weeknd bei den Grammys nicht berücksichtigt wurde, ist die Manifestation der Lächerlichkeit der Grammys. The Weeknd ist der größte Popstar der aktuell auf der Welt ist und er liefert nicht Mainstream ab, sondern definiert den Mainstream und gestaltet diesen. Dafür muss man Respekt haben, wenn man Musik mag, Pop hin oder her.

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