Wer sich für gefällige Indiemusik aus Deutschland begeistern kann, der dürfte in den letzten Jahren nicht am Produzenten-Duo Simon Frontzek und Rudi Maier vorbeigekommen sein.

Als Produzenten von Acts wie Madsen oder Thees Uhlmann erwiesen sie bereits ihre Expertise. Die eigenen Musikprojekte gerieten dabei gefühlt etwas in den Hintergrund, aber nun folgt mit einem quasi Geschwisteralbum das musikalische Comeback der Soloprojekte. Der Kniff dabei, Frontzek produziert Maier und umgekehrt. 

Den Einstieg in Repeat Until Funny wählt Sir Simon mit der Vorab-Single und Uptempo-Nummer A Little Less Bored. Das Ganze klingt deutlich schwungvoller als ich es erwartet habe, da ich das zehn Jahre alte Vorgängeralbum (Goodnight, Dear Mind) als einen klar zurückgenommenen Vertreter von deutscher Alternative Musik im Kopf behalten hatte. Aber nicht schlimm, denn der Einstieg weiß zu gefallen und die Stimme von Frontzek erinnert erneut stark an John K. Samson von The Weakerthans, welche ja auch mal eine gewisse Zeit im Grand Hotel van Cleef verbracht haben.

Namenhafte Feature-Gäste sind dabei.

Ohnehin finden sich diverse Querverbindungen die durch die so beliebte Wohngemeinschaft GHvC zustande gekommen sind. So tummeln sich Feature-Gäste wie Sven Regener oder Thees Uhlmann an den Instrumenten und Zweitstimmen von Rudi Maier (der letzte Track des Albums ist ein Duett mit Maier, welches ebenfalls das neue Burkini Beach Album abschließt) oder Maria Taylor veredeln so manchen Track. Als Fixpunkt dürfte dabei vor allem das mit Taylor aufgenommene Say No sein, welches herrlich zurückgenommen und entspannt in der Mitte des Albums thront.

In seiner vornehmen Zurückhaltung läuft Repeat Until Funny allerdings jederzeit Gefahr unbemerkt am Hörer, an der Hörerin, vorbeizurauschen. Ohne Frage pluckert es mal hier und da, und auch immer wieder lässt sich Frontzek einen kleinen Haken einfallen, mit dem man so nicht unbedingt rechnen konnte, aber auf Albumstrecke fehlt mir doch ein gewisser Aha-Moment. Die große Kunst des Songschreibers liegt ganz bestimmt darin, seinen Songs eine gewisse Note von Melancholie zu verabreichen ohne dabei in schlimme, klebrige Balladen zu verfallen. Und so kann man den Indiepop von Sir Simon, ganz ohne Gewissensbisse, in die Kategorie „solide in seinem Genre“ einordnen.  

Bewertung: 3.5 von 5.

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