Mit großer Freude haben Fans der norwegischen Singer-Songwriter/Folk-Indie-Popper von Minor Majority zu Kenntnis genommen, dass die von Kritikern und Publikum gleichermaßen gelobte Band um Mastermind, Gitarrist und Sänger Pål Angelskår, die im Urspruch ein Duo mit Andreas Berczelly (Keyboards) und nach dessen Ausscheiden im Jahr 2002 mit dem Gitarrist Jon Arild Nupen-Stieng war, ein neues Album vorgelegt hat.

Die über die Jahre zum Quintett angewachsene Band, der sich Harald Sommerstad (Piano, Wurlitzer, Synthesizer), Henrik Harr Widerøe (Bass, Piano, Flöte, Banjo, Gesang) und Halvor Høgh Winsnes (Schlagzeug) angeschlossen hatten, musste im letzten Jahr den Abgang von Jon Arild Nupen-Stieng verkraften, der durch den langjährigen Produzenten der Band, Roar Nilsen, an den Gitarren ersetzt wurde.

Verstärkt hat sich die Band für das Album zudem mit der aus der Mitarbeit an mehreren Alben bekannten Sängerin Karen Jo Fields, Geir Sundstol (Pedal Steel) und Sängerin Kristine Marie Asbang (The Secret Sound of Dreamwalkers) sowie dem Oslo Session String Quartett, das bei zwei Songs unterstützt.

Trotz der im letzten Jahr für ganz viele Bands angesichts der pandemischen Situation schwierigen Aufnahme- und Übungsbedingungen liegt der Nachfolger des 2019er-Comeback-Albums Napkin Poetry mit dem sperrigen Titel The Universe Would Have to Adjust (09.07.2021) vor.

Das achte Album der Band bietet leider nur 9 Tracks und erscheint bei Voices of Wonder Records. Glücklicherweise liegen aber alle Songs wieder genau in der von der Band bekannten hochqualitativen Bandbreite und das macht große Vorfreude auf die für September angekündigte Deutschland-Tour.

Der wunderbar warme Folk-Pop ist auch auf The Universe Would Have To Adjust seele-streichelnd schön und fast jeder Song geht direkt in den Gehörgang, wo er sich einkuschelt und nicht mehr weichen will.

Schon der Opener The Fog Has Lifted mit dem wunderbaren Gitarren-Intro ist eine Offenbarung an präzisem Songwriting, wunderbarem Harmonie-Gesang, einem auf den Punkt passenden Arrangement mit bittersüßen Herz-Schmerz-Lyrics. Wer diesen Song nicht direkt in seine For-All-Times-Playlist aufnimmt, hat kein Herz.  

Und genau in der Qualität geht es mit den vorab veröffentlichten Singles (It Doesn’t Matter, It’s OK), ((Looking For) Truth In The Vocal Booth) und The Singer weiter. Auch wenn jeder der genannten Songs ein anderes Tempo und Arrangement hat, mal zurückhaltend intim, mal unbeschwert poppig und dann wieder mit durchgehend schönem Mehrstimmigem Gesang zur Akustikgitarre versehen, so sind alle drei gerade durch die vielfältigen Stimmungen gute Beispiele für die Bandbreite der Band.

Auch der Track Should Have Been Easy mit dem einfachen melancholischen Arrangement und den mehrstimmigen Gesangsteilen ist ein typischer Minor Majority-Song. Genau wie der Track Cloud Let Them Come, Rain Let It Fall, das im Titel und in der Song-Konstruktion ein wunderbar verschachtelter Song ist, der instrumentell und im Chorgesang einige Klippen nehmen muss. Aber auch darin zeigt sich die hohe Qualität, die von der Band erzeugt werden kann. Ein absoluter Höhepunkt auf dem Album.

Bei Julia Jacklin´s Voice kommt man wieder problemlos ins Tanzen, so wunderbar locker und beschwingt aber trotzdem zu jeder Zeit ernsthaft ist der Song. Vor dem großen Finale wird es dann beim Unplugged-Track Polaroids & Power Chords nochmal ruhig und melancholisch bei Klavier und Gesang bevor der Track Hey Sister einen wunderbar versöhnlichen Schlusspunkt setzt. Auch hier wird auf die große Instrumentierung verzichtet. Der Song ist auch so eine ziemlich starke Nummer mit tollem Harmonie-Gesang. Streicheleinheiten zum Abschied.

Wie bereits erwähnt, ist das Album leider ein bisschen zu schnell zu Ende, ein bis drei Songs mehr hätten es schon sein können aber trotzdem bekommt man auf dem Album von Minor Majority mal wieder Indie-Folk-Pop vom Feinsten geboten. Die Norweger sind musikalisch eine Bank und schon lange nicht nur ein Geheim-Tipp !

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