Die Münchener Band Instrument hat ihr mittlerweile drittes Album über The Instrument Village veröffentlicht. Eine Band-Label-Namenskombination, die passender nicht sein könnte. Das gute Stück hört auf den Namen „Read Books“ und beinhaltet zehn neue Tracks. Ob das Album nur dazu geeignet ist bei einem guten Buch den Abend ausklingen zu lassen oder man sich lieber komplett darauf konzentrieren sollte? Wir werden sehen.

Der erste Song „Glockenbach“ spiegelt auf jeden Fall den typischen Instrument Sound wider. Eine bodenständiger, teilweise etwas rauer Sound, der aber im Ohr bleibt. Der erste Song eines jeden Albums sollte eigentlich ein Kracher sein, der Lust auf mehr macht. Das ist hier nicht der Fall. Nach ruhigem Beginn plätschert alles etwas vor sich hin. Überraschungen sucht man vergeblich. Es ist etwas unglücklich gerade „Glockenbach“ als ersten Song zu nehmen. Da hätten sich andere eher angeboten.

Zum Beispiel der Titeltrack des Albums. Dieser kommt deutlich rasanter daher. Der mehrstimmige Gesang weiß ebenfalls zu gefallen und so entwickelt sich einer der stärkeren Songs des Albums. Zum Thema Gesang sei an dieser Stelle erwähnt, dass sich das Album ungefähr zur Hälfte aus instrumentellen Songs besteht. Der Gesang besticht vielleicht allgemein nicht durch die große Klangfarbe des Sängers, aber er hat irgendwas, geht ins Ohr und bleibt im Kopf. Das beste Beispiel dafür ist „Hearts“, das mit seinem einprägsamen Refrain durchaus Ohrwurmcharakter hat. Dazu ein schöner Klimax und der vielleicht beste Song der Platte ist vollbracht.

Instrument zeigen auf diesem Album darüber hinaus, welche Bands wohl im bandinternen Wohnzimmer gehört werden. Das Intro von „Old Man Smiling“ klingt wie der Beginn eines Sigur Rós Songs. Dass sich der Track anschließend in eine völlig andere Richtung entwickelt stört dabei keineswegs. Im darauffolgenden „For All I Care“ bekommen die Hörer es mit Riffs zu tun, die an eine der ganz großen Bands unserer Zeit erinnern: die allmächtigen Led Zeppelin. Dass die Jungs Fans von Robert Plant und Konsorten sind wurde schon vorher durch Coverversionen auf Gigs der Band deutlich. An dieser Stelle wird die Liebe von Instrument für diese Musik noch einmal unterstrichen.

Im Gegensatz zu den Gesangsstücken fallen die instrumentellen Stücke von der Qualität her etwas ab. Es fehlen die Ausbrüche, die Höhepunkte und Überraschungen. Es beschleicht einen das Gefühl, dass die Songs irgendwie nicht zum Punkt kommen. Nett anzuhören sind sie, keine Frage, aber es fehlt doch das gewisse etwas, was aus einem soliden ein gutes Instrumentalstück macht.

Die zu Beginn gestellte Frage ist an dieser Stelle schwer zu beantworten. Es gibt auf diesem Album Einiges zu entdecken. Ein paar schöne Melodien und Gesangseinlagen, aber oft überwiegen auch lange ruhigere Parts, die irgendwie nicht auf den Punkt kommen. Es ist sicherlich kein schlechtes Album, aber ein Bisschen mehr Wucht hätte dem Ganzen wohl gut getan.

01 Glockenbach
02 Electric Rain
03 Read Books
04 Hearts
05 On Top Of The Lake
06 Common Ground
07 Old Man Smiling
08 For All I Care
09 Without A Voice
10 Ehrmantraut Will Never Die

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