Licht aus. Musik an. Hintergrundgeräusche eines Bahnhofs. Eine Durchsage. Keyboards. Noise. Cut. So beginnt einer der spannendsten Veröffentlichungen des noch jungen Musikjahres.

Visualizing Thermal Death – Curves knallt dir die Indierockabrissbirne ins Gesicht und wirft sich in euphorsich, verzerrte Gesänge. Wechselt zwischen Stampfbeat und feinmotorischen Breaks in knapp zwei Minuten hin und her und hat damit alles gesagt. Das Quartett aus Malmö schüttelt danach locker einen Hit wie We’re all friends after all aus dem Handgelenk, der einen mit seinem kalt dahingehauchten Gesang von Christine Owman, organischem Krach und einer begnadeten Melodie jeden glatt aus dem Fenster springen lässt. Snakebite verwandelt Indierock in Shoegaze, legt saucoolen Gesang drüber und ist sogar noch tanzbar. Wer bei Intercepted by Accidents an die Könige der Dissonanzen aus NYC denkt, kommt dem Geist dieser Platte sehr nahe.

Die Idee dieser vier Ausnahmemusiker steht nicht dafür soviele Genre’s und Stile wie möglich miteinander zu vermixen, sondern der Musik ein neues Gesicht zu geben.

Die Inspiration von Jahrzehnten erfolgreicher Indiemusik bringen sie auf ein neues Level. Krach und Innovation wie in Note to self. Schöngeist und Laszivität wie im betörenden Weak Ends müssen sich nicht ausschliessen. Hinzu kommt eine unglaubliche Souveränität, gepaart mit Wiedererkennungswert und Passion.

Willow Lake Park führt dich im längsten Track des Albums durch alle Facetten ihres Kosmos und schenkt dir noch einer der intensivsten Gitarrenwände im Finale. Lasst ihn ausklingen, drückt die Repeattaste, High Volume und zurücklehnen. In jedem Fall ein Anwärter auf das Album des Jahres.

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