Schon Ende Mai erschien die neue Langspielplatte von Henri Parker and the Lowered Lids. Sie hört auf den Namen Mourning Routine und ist ein tragisch schönes Akustik-Bluegrass-Folk Album geworden, das mir als Hörer durch seine Ehrlichkeit mehr als einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ.

Vö: 26.05.2018 iTunes LP hören

Tragisch schön ist es, weil das Kieler Quartett auf humorvolle Art an schwierige Themen wie Vergänglichkeit, Trauer und Tod herangeht. Der Auslöser dafür ist die Alzheimer-Demenz Erkrankung eines Familienmitglieds gewesen. Mourning Routine verarbeitet den Prozess der verschiedenen Stadien dieser Krankheit, anhand sehr persönlicher Geschichten.

Das inzwischen dritte Album ist vielleicht das intimste Werk, das Henri Parker and Lowered Lids bislang veröffentlicht haben. Henri von Diane Parker’s little Accidents an Gitarre und Banjo, Kris von Tackleberry ebenfalls an Banjo und Gitarre, Gunnar von Escapado am Cello und Jan an Waschbrett, Blechdosen und altem Koffer bilden das Gespann, das wunderbar miteinander harmoniert und das ist auch der Grund, wieso Mourning Routine so authentisch und gefühlvoll klingt. Der mehrstimmige Gesang (bei Henri Parker and the Lowered Lids singen alle Bandmitglieder) verstärkt die Intimität und macht den Prozess der Trauer und Verarbeitung, der sich durch das ganze Album zieht, nahezu spürbar.

Nach einem kurzen Sample im Opener „Bodies“ wird das Lied durch drei Kernfragen „what are we gonna do with the bodies / what are we gonna do with the pain / what are we gonna do with the memories / can’t just throw them away” eingeleitet. Es folgen Geschichten voller Trauer, Leben und Tod. Es sind die Erinnerungen, die den Lebenden bleiben und auf Mourning Routine auch weiterleben. Am Ende steht zunächst die Leere. So auch auf diesem Album mit dem Lied Void: „i hope you remember me/ it’s a bitter pill stuck in my throat / say goodbye before you leave / farewell to thee / farewell whatever that means“.

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