Das Tolle an Ambient-Musik ist: Es gibt keine Texte zum interpretieren, keine ausgeklügelte Technik wie zum Beispiel ein verdammt schnell gespieltes Arpeggio-Gitarrensolo die man bewerten könnte. Hier steht das im Vorderdrund, was Musik ausmachen sollte: Atmosphäre und Emotionen.

Das beste Beispiel bleiben Soundtracks. Was wäre wohl ein “Requiem for a dream”, ein “Inception” oder ein “Star Wars” ohne den passenden, einprägsamen Soundtrack? Nur die Hälfte, richtig. Am eindrucksvollsten haben sich die weitläufig bekannten Clint Mansell, Hans Zimmer und John Williams etabliert, die die Soundtracks zu den oben genannten Filmen komponiert haben.

Nun haben wir es hier aber mit einer reinen Ambient-Platte zu tun, in meinen Augen der Soundtrack für den Film, der nie gedreht wurde: Das Leben.

Auch in meinen eigenen Lebenslauf haben sich Field Rotation mit ihrem Album “Regenzeit” einen eigenen Platz verdient. Den Song “Mondfinsternis” kann ich an dieser Stelle einfach nicht unerwähnt lassen.

Die Erwartungshaltung an die neue Platte “Fatalist: The Repetition of History” war dementsprechend hoch.

Leider scheitert das Album an vielen Stellen an meiner Erwartungshaltung und den meiner Meinung nach kaum vorhandenen emotionalen Highlights.

Ein Ambient-Album lebt von Stimmungen und Gefühlen, man erwartet ein Wechselbad der Gefühle, doch leider bleibt auf diesem Album nur Platz für ein Gefühl der Ohnmacht, Traurigkeit und zum Teil auch der Selbstzweifel. Das hat man auf dem “Regenzeit”-Album besser hinbekommen, wo der Abwechslungsreichtum der Klänge im positiven Sinne doch recht arg an meinen Nerven gezerrt hat. Die einzigen wirklich positiven Ausnahmen sind hierbei die beiden aufeinanderfolgenden Stücke “History” und “The Repetition of History” die noch einmal leicht nostalgisch an das “Regenzeit”-Album erinnern. Man kann im Allgemeinen wohl sagen, dass mich das Album trotz einiger wirklich schöner Melodien und Klangteppiche (Insbesondere bei den von mir erwähnten Stücken) am Ende doch recht emotional unberührt zurückgelassen hat. Schade.

Produktionstechnisch kann man dem Album sicher keinen Vorwurf machen, der Sound ist perfekt für diese Art von Musik ausgelegt aber ich tue mir selbst keinen Gefallen, wenn ich das Album besser bewerte als ich es tatsächlich finde, es bleibt eindeutig hinter meinen Erwartungen zurück. Trotz allem bleibe ich auf weitere Alben gespannt, wenn ich dann wieder mit diesem warmen Gefühl in der Brustregion, kopfhörertragend auf einem Berg sitze und auf die Lichter der Stadt blicke. Auch dazu sollte Ambient-Musik anregen, und wir tun es wahrscheinlich viel zu selten: Einfach mal träumen.

01 The Uncanny
02 Valse Fatale
03 Fatalist
04 History (Fragment)
05 The Repetition Of History
06 The History Of Repetition

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