Sechs verschiedene Cover-Bilder, sechs Song, eine starke alles bindende Stimmung: Mit seiner ersten EP „Bilder“ hat Das Band ein kompaktes Werk geschaffen, das mit seiner Direktheit umhaut und total überzeugt.

Jochen (Gesang und Gitarre) Dennis (Bass) und Anja (Drums) aus Berlin lassen ihre Energie und Leidenschaft spüren. Expressiver, ungefilterter, in die Welt geschriener 90er Jahre Noise-Rock: Das ist „Bilder“. Aufgenommen wurde die EP in Eigenregie in einem kleinen Gartenhaus in Pomßen und erscheint bei Coszma Records. Zum Mischen und Mastern konnte man Ralv Milberg aus Stuttgart mit in Boot holen, der sich unter anderem für die Produktion von Die Nerven, Human Abfall, All diese Gewalt und vielen mehr verantwortlich zeigt.

Verzerrte Gitarren eröffnen das Album, danach folgt das bedrohliche, bass-geladene Intro von „In Ordnung bringen“. Hier ist ein Hauch von Sonic Youth zu spüren. Der Sound ist dreckig, LoFi, teilweise dissonant, der Gesang prägt sich ein. Der Bass erweckt den Eindruck einer kreisförmigen Bewegung, die ersticht, was auch der wiederholte Satz „Du kannst es nicht mehr“ unterstreicht. Jochen hat eine eigene Art die Sätze auszusprechen, mit einer Intonation nach oben am Ende der Wörter. Das wirkt sehr expressiv und eindringlich. Sein wiederholtes „Warum?“ klingt verzweifelt und aggressiv. Die Musik von Das Band besitzt im Allgemein eine gewisse Aggressivität, doch diese ist eine angenehme Kraft, die einem umhüllt und nicht umhaut, wie zum Beispiel bei Surrogat, einer Band, die sicherlich zu den Einflüssen der drei Berliner zählt. Es ist als ob, man diese Aggressivität genießt, als ob sie zur Erlösung führen könnte. Eine sehr schöne, starke und mitreißender Bassline charakterisiert auch den zweiten Song, „Diese Sachen“, der sich gegen „euch“ erhebt.

Mit der über sechs Minuten langen Ballade „An Deiner Wand“ kommt deutlich eine andere Band ins Spiel, mit der Das Band bestimmt verglichen wird. Hier erinnert die Stimme von Jochen sehr an Tocotronic. Und sie kommt auch sehr gut zur Geltung, diese langgezogenen, langsam ausgesprochenen Sätze sind hypnotisierend. Besonders schön ist der Wechsel zwischen rhythmischen Parts und Gitarren-Wut. Laut und noisig ist „Kein Verlangen“. Ein Art Kein-Liebeslied, ein Kein-Lied, wütend, hoffnungslos und Gitarren-lästig. Dramaturgisch sehr gut aufgebaut legt sich der Song kurz zu Ruhe, um dann weiter zu wachsen mit starken Gitarren-Wellen und Verzerrungen.

Wieder langsamer geht es in „Die letzten Worten“ – doch es bleibt eine gewisse Härte, sodass das Album nie an Spannung verliert. Es ist hier wie ein Weiterstampfen mit gestreckten Gitarren-Riffs und hämmerndem Schlagzeug. Ein Weitergehen bis zum Ende des Tages. Und der doppelte Gesang klingt besonders anziehend.

Der längste Song der Das Band EP, „Eine neue Welt“, ist auch einer der besten. Nostalgisch und sexy mit starken Gitarren und hypnotisierendem Gesang mit einem sehr harten chaotischen Teil, wodurch der Bass für Ordnung sorgt. Wie auch bei anderen Tracks merkt man hier ein Merkmal des Aufbaus der Songs: Sie werden im deren Verlauf dreckiger und chaotischer.

Wenn man sich bei dem Das Band Debüt ein Bild vorstellt, dann würde dies eine schwarz-weiße Polaroid-Aufnahme sein: Eine kleine Bühne in einer Studentenkneipe, ein Publikum, bei dem die Unschärfe das Bild prägt, denn komplett losgelöst und in der fesselnden Musik verloren bewegen sich die Köpfe. Denn das ist genau die Wirkung von Das Band. Eine mitziehende Kraft wie Treibsand.

Das Tape kann man unter info@coszma.de bestellen oder hier streamen!

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