Nach den ganzen Verwirrungen, Gerüchten und Mutmaßungen um Sir Omar Rodriguez, der seiner letzten Band The Mars Volta ein unrühmliches Ende setzte und auch mit der At the Drive-In Reunion kein wirklich glaubwürdiges Statement ablieferte, verschanzt sich der Herr der 7 Prog- Weltmeere im Hamburger Clouds Hill Studio um mit einer neuen Band, bei der er nicht mehr der tonangebende Mann ist, ein neues musikalisches Zeichen zu setzen.

Neben dem Referenzdrummer der Gegenwart Deantoni Parks, treten hier noch Teri Gender Bender von den Le Butcherettes als Vokalistin und das eher unbeschriebene Blatt Nicci Kasper an den Keyboards in Erscheinung. Die Erwartungen sind hoch und hier wird auch kein Einheitsbrei runtergeschraubt. Das beweist der fulminante Opener „Eli“. Dunkle 80er jahre Keyboards, ein einsetzender Bassloop und Teri’s Stimme, die oft an Patti Smith oder PJ Harvey erinnert, bevor Deantoni den Song mit seinem unglaublichen Spiel vorantreibt und Omar seine dezente aber effektive Gitarre einbringt.

Man höre nur die schiefen Pianotöne von „Worthless“, Hip Hop täuscht an und führt doch in eine wavig angehauchte Indienummer mit sehr betörendem Gesang.

Unter dem Deckmantel des Pop werden hier Hochkulturen der 70er und 80er Jahre Musik neu verbunden.

Ob Post-Punk, Elektro oder Wave, anscheinend erfährt dieser Musikgattung eine neue Renaissance, die aus rockrelevanter Sicht nicht immer überzeugen kann. Das Potenzial allerdings ist spürbar und live soll es ja eine neue Superband sein. Erst die Zeit wird zeigen, wie lange der Atem ist. Holen wir nochmal tief Luft und warten ab, bis dahin lege ich euch das Debut ans Herz.

Reinhören kann bereits in Torn Maps und Turtle Neck!


1. Eli
2. Worthless
3. Dig Right In Me
4. The Eye Fell In Love
5. Cry For You
6. Morning Sickness
7. Torn Maps
8. Turtle Neck
9. Always On The Run
10. Red
11. Mother, Father, Set Us Free

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.