Intimität. Ein Wort das Nähe suggeriert.

Vö: 23.11.2018

Tonzonen Records

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Mit jemandem intim werden bedeutet Zärtlichkeiten austauschen, ein Kuss, streicheln, Gänsehaut, Liebe – kurzum, Intimität gehört mit zu den größten Bedürfnissen der Menschheitsgeschichte. Dazu gehören in der Regel zwei Personen, die ihr Innerstes nach außen kehren und sich fallen lassen. Genau dieses Gefühl überkommt mich beim aktuellen Album von dem Künstler Björn Gögge.

Björn Gögge spielt unglaublich schöne Melodien auf dem Klavier (und anderen Instrumenten) und ich lausche seinen Klängen über Kopfhörer.

Ein ziemlich intimes Erlebnis – ich habe den Eindruck, als würde Björn Gögge nur für mich ein kleines Konzert auf seinem Klavier spielen. Ich höre den Anschlag der Hämmer des Instruments, als würde ich ganz nah dran sein, als wäre ich mir ihm in einem Raum, um mir seine musikalische Geschichte genau anzuhören. Es gleicht dem musikalischen Verständnis eines Nils Frahm auf seinen frühen Werken, weit und ausgiebig wird hier die Kunst der Neoklassik präsentiert. Aber irgendwas ist anders.

Der Sound klingt hell und trotzdem druckvoll, fast wie ein Gewitter an einem Sommertag. Die Stücke, ich mag hier nicht von Songs reden, gehen irgendwie unter die Haut und lösen in meinem Herzen wohlige, warme Schauer aus. Die Schönheit, die hier zelebriert wird, ist niemals kitschig sondern vielmehr von erhabener Größe.

Der Opener „Au Piano“ gibt langsam eine Einleitung in die nun folgende Geschichte. Melancholie, Entschleunigung und Entspannung machen sich breit.

„Ancient Harmony“ fängt mit einem Orgelsound an und nimmt langsam Fahrt auf. Die hier zu hörenden Harmonien und die Rhythmik des Klavierspiels wirken wie aus einer anderen Welt. Das darauffolgende „A Great Escape“ strotzt nur so vor Eingängigkeit und ist damit ein wahres Highlight von „Cracau“. Das Ambient-artige „Stayed Up Wondering Where The Sun Went“ könnte ein Schlaflied aus einem noch zu schreibendem Märchen sein. Phantasievoll und voller Hingabe wird hier die absolute Liebe zum Klang zelebriert.

Das Stück „The Lovers II“ ist Moderne Klassik in Perfektion und dürfte sich auf einigen Genre Playlisten auf Spotify wiederfinden. Ich könnte noch stundenlang über dieses Album schreiben, es gibt einfach sehr, sehr viel zu entdecken.

Für alle Freunde der im Text genannten Genres ist dieses Album definitiv ein Pflichtkauf da es altbekannte Strukturen mit neuen Ansätzen erweitert. Wer Wärme in den kommenden Wintertagen sucht, wird sie hier in jedem Fall finden. Wer Klavier, Streicher und elektronische Elemente zu schätzen weiß, wird hier definitiv nicht enttäuscht. Sehr schönes und stimmiges Album.

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