Basement klingen auf „Promise Everything“ zwar nicht mehr wie früher, sondern irgendwie erwachsen – aber gerade das macht diese zehn Songs so besonders.

„Erwachsen werden“ ist im Journalismus die wahrscheinlich unkreativste Phrase, mit der die musikalische Entwicklung eines Künstlers oder einer Band beschrieben werden kann – leider ist es oft genug auch die treffendste, wie am Beispiel der Briten von Basement mal wieder zu erkennen ist. Ihr neues Album „Promise Everything“, das am 29. Januar das Licht der Welt erblicken wird, ist dabei die logische und konsequente Fortführung des Reifungsprozesses, der bereits auf „Further Sky“ ersichtlich wurde: Der emo-lastige Poppunk, mit dem die Band ihre Karriere ursprünglich begonnen hatte, ist längst in weite Ferne gerückt und wurde durch deutlich massentauglicheren, rockigeren Sound ersetzt.

Das eröffnende „Brothers Keeper“ legt die Messlatte für den restlichen Verlauf des Albums äußerst hoch – das Schlagzeugt klingt wuchtig, die Gitarren sind sauber abgemischt und Andrew Fisher trifft am Mikrofon jeden Ton. Doch auch der Songaufbau beeindruckt, waren klar identifizierbare Refrains bisher doch eher Seltenheit bei den Briten. In „Hanging Around“ und „Lose Your Grip“ geht es anschließend ein wenig gemächlicher, jedoch nicht minder mitreißend zu.

Mit Track Nummer vier feierten Basement kürzlich sogar eine Premiere: Für „Aquasun“ drehte man das erste Musikvideo der Bandgeschichte. Passenderweise verleihen Fishers Gesang und die sanften Gitarren dem Song einen geradezu unvergleichlichen Ohrwurmcharakter – das erste Highlight der Platte ist also bereits gefunden. „Submission“ ist im Folgenden dagegen deutlich punkiger, mehrstimmige Vocals und Gitarrensoli eingeschlossen, kann im Kontext der Platte jedoch nur bedingt überzeugen.

Dass sie ihren musikalischen Ursprung aber keineswegs vernachlässigen wollen, machen Basement mit „Oversized“ deutlich. Fisher selbst verglich den Song unlängst mit den frühen Jets To Brazil sowie der melodischeren Seite von Blur und sprach darüber, wie schwer es sein kann, sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen – diesen Konflikt in Worte zu fassen, ist ihm auf dem ersten wirklich ruhigen Song des Albums aber überaus gut gelungen.

Anschließend trudelt die Platte ohne weitere Highlights allmählich aus. „Ohne weitere Highlights“ heißt bei dem Quintett jedoch keineswegs, dass die Songs langweilig sind; sie sind bloß einfach nicht so herausragend wie die vorherigen. Müssen sie aber auch nicht sein, die Erwartungen sind zu diesem Zeitpunkt eh schon lange erfüllt und übertroffen. Basement klingen auf „Promise Everything“ zwar nicht mehr wie früher, sondern irgendwie erwachsen – aber gerade das macht diese zehn Songs so besonders. — www.basementuk.com —

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