¿Quién vigila al hombre cansado? Ich verstehe nur Spanisch. Leider! Schaffen die fünf Chilenen Baikonur es mit ihrem im August diesen Jahres veröffentlichten Debutalbum es am Ende tatsächlich, mich in den nächsten Sprachkurs zu treiben?

Die Gefahr ist groß. Denn die Postrock Band beweist schon innerhalb der ersten paar Songs etwas, das im instrumentalen Wirbelsturm der Szene häufig verloren scheint: Ein Auge (oder Ohr) für die Schönheit im „Gewöhnlichen“. Selbstverständlich balanciert auch diese Band auf dem Grad zwischen Ordnung und Chaos, wiegt den Hörer in leisen Melodien, um ihn dann Kopf voran in die nächste Gitarrenwand zu drücken. Von berechnendem Pathos nach vorgefertigtem Post-Schema kann hier jedoch nicht die Rede sein.

Baikonur nehmen sich Zeit, machen es sich auf voluminösen Ambient Polstern bequem und arrangieren Songs, die eher vom letzten überraschenden Regenguss, als ein dramatisches Heldenepos inklusive neunköpfiger Hydra erzählen. Ein angenehm unaufgeregtes, jazzy Drumming schafft Platz für einfache, doch eindringliche Gitarrenmelodien, die auf Effekthascherei verzichten und pendeln zwischen Schwermut und Leichtfüßigkeit.

Muchos Gracias, Baikonur! Eure Musik schafft auch im Alltag Raum für Epik und weckt meine Neugierde für Postrock jenseits des Äquators…

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