And So I Watch You From Afar – Heirs

And So I Watch You From Afar – Heirs

And So I Watch You From Afar dürfte es diesmal schwer fallen, ihre Reisegruppe beisammen zu halten: Ohne die druckvollen Ausbrüche vorheriger Alben, die den Grenzenlosen Spieltrieb der Band kanalisierten, verläuft sich ihr überbordender Klangkosmos schillernd, aber ziellos in der Ferne, bis seine Idee nur noch von Weitem zu erahnen ist.

Erneut heben die Reiseleiter And So I Watch You From Afar ihren grellbunten Regenschirm, um Hörlustige durch neu erschlossene Post-Rock Paradiese zu lotsen. Nachdem „All Hail Bright Futures“ uns mit Steel Pans und exotischen Pedalboard-Vögeln einen Abstecher in die Tropen bescherte, folgt nun- ja, was eigentlich?

Auch „Heirs“ ist geprägt durch das verblüffende Talent der vier Musiker aus Belfast, ihre Musik klingen zu lassen wie ein Kinderspiel: Angetrieben von Neugierde, Übermut und ungebrochener Spielfreude, spielen And So I Watch You From Afar den Hörgewohnheiten Streiche und drehen der tendenziell eher ernsten und schwermütigen Attitüde des Post-Rock eine lange Nase.
Notorisch gut gelaunt verpasst die Band ihrem zappeligen, von bizarren Effekten und aufgeputschen (und -gepitchten) Gitarrenloops getragenem Sound ein Regenbogen-Passepartout. Sie entführen ihre Hörer mit verhallten Chören, epischen Melodieschleifen und pumpendem Beats in eine weichgezeichnete Science-Fiction-Utopie, in der schlechte Laune mit Strafrunden im Freudensprünge-machen bestraft wird.

Denn das euphorische Spiel der Band rutscht auf „Heirs“ erstmals ins Verkrampfte, das Ausgelassene ins Überdrehte. Das stampfende, verzerrte Elektro-Intro von „Fucking Liver“ macht Spaß, keine Frage, aber wenn sich nach und nach erwähnte Feel-Good-Chöre, undefinierbare Fieplaute und Trompeten darüber schieben, fordern diverse Synapsen zwangsläufig den Vorruhestand.

And So I Watch You From Afar dürfte es diesmal schwer fallen, ihre Reisegruppe beisammen zu halten: Ohne die druckvollen Ausbrüche vorheriger Alben, die den Grenzenlosen Spieltrieb der Band kanalisierten, verläuft sich ihr überbordender Klangkosmos schillernd, aber ziellos in der Ferne, bis seine Idee nur noch von Weitem zu erahnen ist.



Schreibfehler gefunden?

Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.

Von Veröffentlicht am: 06.06.2015Zuletzt bearbeitet: 02.12.2018325 WörterLesedauer 1,6 MinAnsichten: 1034Kategorien: Alben, KritikenSchlagwörter: , , , , 0 Kommentare on And So I Watch You From Afar – Heirs
Von |Veröffentlicht am: 06.06.2015|Zuletzt bearbeitet: 02.12.2018|325 Wörter|Lesedauer 1,6 Min|Ansichten: 1034|Kategorien: Alben, Kritiken|Schlagwörter: , , , , |0 Kommentare on And So I Watch You From Afar – Heirs|

Teile diesen Beitrag!

Über den Autor: Sabrina Blaess

Wenn dein Album, Song oder Video als Premiere auf prettyinnoise.de veröffentlicht werden soll kannst du hier mehr erfahren:

Premiere auf Pretty in Noise

Wenn du einen Gastbeitrag auf prettyinnoise.de veröffentlichen möchtest kannst du hier mehr erfahren:

Gastbeitrag auf Pretty in Noise

No Comments

  1. Anonymous 09.06.2015 at 22:59 - Reply

    Visitor Rating: 10 Stars

  2. Anonymous 09.06.2015 at 10:08 - Reply

    Visitor Rating: 6 Stars

Hinterlasse einen Kommentar

NO)))ISELETTER

Abonniere jetzt kostenlos unseren NO)))ISELETTER. Wir informieren dich dort über neue Vinyl-Veröffentlichungen, Interviews, Verlosungen, Konzerte und Festivals.

NO)))ISECAST

NO)))ISECAST ist der Podcast von Pretty in Noise. Wechselnde Autor:innen unterhalten sich – mal mit und mal ohne Gäste – über Musik die sie berührt – die euch berührt.

#VinylGalore

Wenn ihr Infos zu neuem Vinyl und Deals via WhatsApp, Signal oder Telegram bekommen möchtet, geht es hier entlang: ↓↓↓

Vinnyl immer