Das hier ist einfach nicht mehr das, was es noch nie gewesen ist.

Man fragt sich schon, ob die drei „Nerven-Leute“ noch irgendwas anderes machen außer Musik zu produzieren. Da kam ja nun das aktuelle Album von DIE NERVEN mit dem schönen Titel „Fun“ heraus und dann erschien am 25.02.14 auch noch das neue Album „Birthday Songs For Paul“ von Kevin Kuhns Garage-Punk Projekt WOLF MOUNTAINS. Und nun flatterte uns Post – ja so richtig analoge Post – von Treibender Teppich Records ins PiN Hauptquartier mit der Ankündigung, dass Max Riegers Soloprojekt ALL DIESE GEWALT nun endlich auch ein Album veröffentlichen wird. Es wird den Titel „Kein Punkt wird mehr fixiert“ tragen und ist sechs Lieder und 28 Minuten lang.

Auf „Kein Punkt wird mehr fixiert“ arbeitet Max Rieger sehr viel atmosphärischer, als man es erwarten würde und wer hier nur Noise-Gedresche erwartet, wird enttäuscht werden. Ich könnt mich nun hier in Assoziationsketten üben und irgendeinen Quatsch darüber schreiben, dass die Platte teilweise an die Neubauten erinnert. Das hat in Mailorderzeiten sicherlich Sinn gemacht, aber da Ihr das hier ja im Internet lest, hört es euch einfach an. Natürlich hört man Einflüsse raus, aber sich darauf auszuruhen, erscheint mir doch zu einfach. Die Musik, die uns hier um die Ohren gehauen wird, ist vielschichtig und lebt von überraschenden Elementen.

So sei zum Beispiel das Trompeten Solo in dem Lied „Tag ohne Regen“ zu erwähnen. Übrigens die einzige Spur, die Rieger nicht selbst eingespielt hat. Hierfür hat er sich Hilfe vom Nerven-Bassisten Julian Knoth geholt. Auch werden die häufig bedrohlich wirkenden Bassläufe öfter von treibenden Synthesizer Melodien unterstützt, was der ganzen Atmosphäre eine gewisse Frische verleiht. Hinzu kommt, dass hier nicht ausschließlich Deutsch gesungen wird.

Generell bleibt das Album schön abwechslungsreich. So klingt das Intro von „Das hier ist einfach“ – übrigens mein persönlicher Favorit, falls es euch interessieren sollte – schon fast nach Electronica oder Dub oder so. Hier greift Max Rieger auch wieder die Technik des ewigen Repetierens auf, die auch bei Die Nerven oft vorkommt. So wiederholt er die (schöne) Zeile „Das hier ist einfach nicht mehr das, was es noch nie gewesen ist“. Textlich dreht sich natürlich alles um Zweifel, Rückzug in den Mikrokosmos und die Wut, die man mit Anfang Zwanzig scheinbar hat. Und ja, ich bin auch so alt, also versteh ich das.

Gut, anhören müsst ihr euch das gute Stück schon selber. Das kann ich nicht für euch machen, aber das schafft Ihr schon. Erscheinen wird „Kein Punkt wird mehr fixiert“ am 19. April bei Treibender Teppich Records. Natürlich stilecht auf Vinyl, das muss schon sein.

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