Die Jungs von Revenge Booking laden zu ihrem ersten Konzert im Jahr 2014. Zum Abschluss ihrer zweiwöchigen Tour spielen Forsaken, War Charge und Grim im Jugendzenrtum St. Peter. Da die beiden erstgenannten ihre Fähre Richtung Großbritannien bekommen müssen gibt es kurzfristig eine Änderung im Zeitplan, sodass die weiteren Supportacts Harm/Shelter und Gone to Waste erst nach den drei tourenden Bands spielen.

Pünktlich im 19:30 Uhr beginnen also Grim aus Belgien. Die Band ist ähnlich wie Redemption Denied ein Dauergast auf Veranstaltungen im Ruhrgebiet. Langeweile macht sich zumindest in meinen Augen dabei noch nicht breit. Zu Beginn ist der Besucherandrang zwar noch relativ gering. Allerdings haben bekannter weise viele Opener auf solchen Veranstaltungen einen schweren Stand. Die Band lässt sich davon nicht beirren und spielt ein solides Set. Leider sind dem Sänger die Konzerte der beiden letzten Wochen anzumerken. Seine Stimme wirkt deutlich angeschlagen. Der Sound ist darüber hinaus auch eher bescheiden. Dafür ist musikalisch eine Entwicklung zu beobachten. Die Band gestaltet ihren moshlastigen Hardcore etwas abwechslungsreicher. So wird unter anderem ein recht ansprechendes Instrumentalstück gespielt. Das Publikum ist während des ganzes Sets eher verwalten, weshalb der heutige Auftritt auch nicht mit dem vor zwei Wochen auf dem Northcode Festival mithalten kann.

War Charge aus Schottland kommen deutlich old schooliger daher als Grim. Dabei achten die Jungs aber trotzdem darauf das Publikum mit Moshparts in Bewegung zu versetzen. Die Zuschauermenge hat sich mittlerweile auch erhöht und so steht einem guten Auftritt nichts mehr im Wege. Neben altbewährten Songs wird auch ein neuer gespielt, der auf der im Sommer erscheinende Split veröffentlicht wird. Dieser kommt ebenso groovig daher. An den letztjährigen Auftritt im St. Peter kommt der heutige allerdings trotzdem nicht heran.

Nun folgt mit Forsaken aus Wales der eigentliche Hauptact des Tages. Dementsprechend gefüllt ist der Raum. Und das völlig zu Recht. Der metallische Hardcore kommt einfach unglaublich wütend daher. Die Stimme des Sängers ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig und sicher nicht jedermanns Sache, aber das wird durch die unglaublich gute Musik kompensiert. Neben fettes Riffs und immer wieder eingestreuten Soli darf natürlich auch der ein oder andere Breakdown nicht fehlen. Das Publikum feiert den ganzen Auftritt gebührend ab und so ist bei jedem Song ordentlich Bewegung im Zuschauerraum zu verzeichnen. Mittlerweile hat sich auch der Sound deutlich gebessert, was den technisch ausgefeilten Songs sehr zugute kommt. Zum Abschluss des Sets darf der Bassist von Grim für kurze Zeit das Mikro übernehmen während im Publikum kaum noch jemand still steht. Forsaken haben heute auf jeden Fall für den besten Auftritt des Abends gesorgt. Es wird sicher nicht das letzte Konzert in diesem Jahr gewesen sein, welches ich von den Jungs gucke.

Nach diesem klasse Auftritt hat es die nachfolgende Band Harm/Shelter aus Gießen schwer das Publikum wieder zu animieren. Dafür gibt es direkt während des ersten Songs ein Feature des Gone to Waste Sängers. Die Jungs erfinden sicherlich das Rad nicht neu, machen das, was sie tun allerdings durchaus passabel. In die moshlastigen Songs finden immer wieder schnellere Old School Parts, die das ganze etwas auflockern. Es herrscht auch weiterhin Bewegung im Raum, wenn auch deutlich weniger als bei Forsaken. Dabei scheint es so als wären einige Bekannte der Band extra aus Gießen eingereist. Diese sorgen nun für eine gute Stimmung im Raum. Mit dem Hinweis auf ihr Album, welches im Mai erscheinen wird, machen Harm/Shelter schließlich Platz für den letzten Act des Abends.

Gone to Waste aus Warburg sorgen für einen guten Abschluss des Tages. Trotz der neuen EP finden immer noch alte Songs wie „Issues“ den Weg in die Setlist. Sänger Lukas ist wie immer ein Stimmungsgarant und fordert das Publikum unermüdlich zur Bewegung auf. Gedankt wird es ihm mit Mosh und Side to Sides und es findet sich darüber hinaus eine kleine textsichere Menge vor der Bühne ein. Leider ist die Zuschaueranzahl doch merklich gesunken. Dabei macht die Band für meinen Geschmack auch nach dem x-ten Mal live immer noch Spaß. Die Songs sind druckvoll und es kommt in keinster Weise Langeweile auf. Passend dazu, dass No Warning heute ihren ersten Europaauftritt bestätigt haben, wird ein „Behind These Walls“ Cover gespielt, welches aber etwas untergeht. Bei abschließenden „No Escape“ gibt es dann noch einen Stromausfall, welcher aber von allen Seiten locker aufgenommen wird und auch schnell behoben wird, sodass Gone to Waste ihr Set angemessen beenden können.

Insgesamt ist für einen fairen Eintrittspreis von 10 Euro ein gelungener Abend. Bereits nächsten Monat findet die nächste Show von Revenge Booking im St. Peter statt, wenn Vow of Hatred es nach gefühlt 28. Anläufen zum ersten Mal über den großen Teich schaffen.

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