SOMETIMES GO kommen aus der schönen Stadt Giessen in Hessen. Kann man kaum glauben, wenn man deren neue und 2. EP ‘How to destroy this City within a Minute’ hört. Die Einflüsse liegen stark im mittleren Westen der USA, und genau so klingt das neue Werk der 4-köpfigen Band auch. Treibende, kraftvolle Parts, die zum mitgröhlen einladen, treffen auf ruhige melodische Parts, in denen vor allem das schöne, verspielte Gitarrenspiel auffällt, und der Gesang von Dennis rundet das ganze nochmal ab. Mich erinnert das ganze an eine gelungene Mischung aus Small Brown Bike (vor allem wegen des 2-stimmigen Gesangs), Starmarket, Braid, alten Get Up Kids, und die ruhigen Parts an Sunny Day Real Estate oder auch an Mineral. Die krachige Produktion lässt das ganze sehr ehrlich, und nicht zu poppig oder aufgesetzt klingen. Man merkt, dass die Jungs von SOMETIMES GO keine Anfänger sind, haben sie doch vorher in Bands wie Dear Diary, Amber, Losone, Colourful Grey und Bleech gespielt. Endlich mal wieder was aus Deutschland bzw. aus Giessen, das man neben dem Elefantenklo oder Boxhamsters kennen sollte.

Dennis (Gitarre/Gesang) hat sich netterweise kurz Zeit für ein kleines Interview genommen:

PiN: Hallo Dennis. Erzähl mal ein bisschen was über euch. Wie kam es zu der Gründung von Sometimes Go, und seit wann gibt es euch?

Dennis: Nachdem Dear Diary sich aufgelöst hatten, und drei Freunde von mir auch ohne Band waren, dachten wir, dass wir uns ja zusammen tun können. Also gründeten wir ca. 2008 dann Sometimes Go.

PiN: Ihr habt bis jetzt nur eine EP, die kam schon 2008 raus. Und jetzt, 2014, also 6 Jahre später, erst wieder was neues. Ihr seid also keine richtige Fulltime-Band?

Dennis: Wir sehen uns selbst nach wie vor als Feierabendband. Wir treffen uns einmal in der Woche im Proberaum, reden zwei Stunden dummes Zeug, machen eine Stunde Musik und gehen wieder nach Hause. Die EP damals haben wir selber im Proberaum aufgenommen. Wir haben damals auch zu unserem Song ‘I can´t go’ ein Video gemacht, das kann man sich hier anschauen.

PiN: Und danach wurde es ja erstmal ruhig um euch. Wie kam es dann zu der neuen EP?

Dennis: Wir spielten ein paar Konzerte, u.a. mit Sick of it All, Madball (kein Scheiß), und This Town Needs Guns. Vor einem Jahr hatten wir wieder ein paar neue Songs zusammen und dachten, dass wir die mal aufnehmen sollten. Aber nicht mehr im Proberaum. Also entschlossen wir uns dazu, zu Lukas und Christoph (Freunde von uns aus der Ashes of Pompeii Eagle Codein Cobra Crew ) ins Raum 7 Studio in Düsseldorf zu gehen, Als wir dort die neuen Songs aufnahmen, dachten wir, dass wir auch noch ein Video machen können und baten Michi von der o.g. Eagle Codein Cobra Gang, ein Video zu drehen, was er mit seiner Firma Iconographic machte.

PiN: Wo du gerade das Thema Konzerte ansprichst. Wie sieht es in Zukunft aus, ist eine Tour geplant? Oder spielt ihr lieber hier und da mal ein paar einzelne Shows?

Dennis: Also Touren oder Konzerte sind keine geplant. Wir sind auch alle vier voll im Berufsleben, die Hälfte Lehrer und dadurch eh immer auf Ferien angewiesen, die sie aber lieber im Urlaub verbringen. Die wenigen Shows, die wir spielen, machen uns Spaß. Wir gehen auf viele Konzerte, schauen uns ständig Bands an aber selbst spielen wir kaum. Wenn dann, fragen wir bei Veranstaltern, ob wir bei coolen Bands mitspielen können, wie eben This Town Needs Guns oder Sick of it all.

PiN: Ihr habt ja vor Sometimes Go alle in unterschiedlichen Bands gespielt. Du hast ja zb. auch bei AMBER Gitarre gespielt. Ist ja schon ein krasser Gegensatz zu Sometimes Go. Wer ist bei euch für das Songwriting verantwortlich, und welche Bands beeinflussen euch dabei so am meisten?

Dennis: Das Songwriting ist mittlerweile wirklich demokratisch. Früher hab ich mal ein paar Ideen mit in den Proberaum gebracht und wir haben die Songs drumrum gebastelt. Mittlerweile machen wir erstmal nur Musik im Raum und dadurch, dass wir so gut aufeinander eingespielt sind, ergeben sich jedes Mal richtig gute Ideen. Wir haben auf unseren Handy unzählige Tonaufnahmen und Videos, die Fragmente von Songs zeigen. Da könnte man locker noch zehn Lieder draus basteln. Klar, Amber klingen ganz anders. Aber das spiegelt auch deine angesprochenen Einflüsse wieder, wir hören sehr breitgefächerte Musik. Unser Schlagzeuger ist voll und ganz 90er GrungeAlternative. Der spielt noch in vielen anderen Bands, u.a. einer Grunge Coverband, mit der er Konzerte spielt und die covern nur Alice in Chains, Stone Temple Pilots, Soundgarden etc… Bei dem Rest ist auf jeden Fall das 90er Midwest Emo Ding die Zentrale. Und ich höre halt noch gerne Hardcore und den ganzen DepriKram, hahaha. Aber Einflüsse sind defintitv Small Brown Bike, Braid oder Frightened Rabbit.

PiN: Wie kommt es denn, dass ihr kein Label habt bis jetzt? Wollt ihr eure Releases lieber DIY rausbringen, weil ihr keinen Bock auf den Druck habt, oder hat sich da bis jetzt einfach noch nix ergeben?

Dennis: Ach, wir haben die Cd auf eigene Kosten pressen lassen, also auch kein richtiges D.I.Y. und wir haben kein Vinyl machen lassen, weil wir selbst keine Platten mehr hören – mein Gott, sind wir uncool, hahaha. Labelsuche war nie ein Thema, ich glaube, die hätten auch keinen Spaß mit uns, weil wir so wenige Shows spielen und unmotiviert sind.

PiN: OK Dennis, das wärs dann gewesen. Danke, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast, und ich hoffe, in Zukunft noch viel von euch hören.

Dennis: Gerne und Gute Nacht!!

Die beiden EP´s von SOMETIMES GO gibt es auf ihrer Bandcamp Seite als Gratis-Download!

Und hier ein Video zu ‘Poll/Car’ von der aktuellen EP ‘How to destroy this City within a Minute’.

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