Mit “Transit” veröffentlicht die Mannheimer Band “Desert Beneath The Pavement” nun also ihr erstes Album (Die Rezension dazu, findet ihr ebenfalls auf unserer Seite).Die ersten Konzerte sind gespielt und Florian, der Bassist, stand uns in einem kurzen Interview Rede und Antwort.

 

PiN: Hallo Florian! Wie geht es dir und der Band momentan?

Hey, uns geht’s prima. Komme gerade aus Berlin vom Godspeed You! Black Emperor Konzert zurück.

PiN: Wie war das Konzert?

Großartig, wobei mich die Videoshow noch mehr als die Musik begeistert hat.

PiN: Euer Album “Transit” hat mir sehr gut gefallen, es ist aber sehr düster und schwer, woraus zieht ihr eure Motivation solche Songs zu schreiben?

Einmal spielt hier sicherlich rein, dass wir auch privat düstere Sachen wir Amenra oder Neurosis hören. In der düsteren Stimmung schwingt aber auch immer eine Sehnsucht mit, z.B. eine Sehnsucht nach einer Vergangenheit voller Freiheit wie in „God meant New York“ oder auch Momente der Hoffnung, schöne Momente.

PiN: Wie entstehen eure Songs und wer schreibt die Texte?

Die Songs schreibt unser Gitarrist. Der bringt dann Ideen in die Probe und wir arbeiten uns dann so lange dran ab, bis sie allen gefallen. Da geht es dann manchmal recht wüst zu, hehehe.

PiN: Wie ist euer Album bisher allgemein aufgenommen worden?

Bisher haben wir nur positive Rückmeldung bekommen, das freut uns natürlich. Gleichzeitig ist es interessant zu lesen, was die Leute alles in unsere Musik hineininterpretieren.

PiN: Ich gehe mal davon aus, dass ihr ausserhalb eures musikalischen Schaffens nicht so depressiv seid, wie das Album es vermitteln könnte, was macht ihr beruflich? Allein mit der Musik werdet ihr euch sicher nicht über Wasser halten können, oder?

Das müsste ein verdammt flaches Wasser sein, haha… teilweise studieren wir noch, teilweise arbeiten wir schon. Depressiv sind wir nicht …

PiN: Interessiert ihr euch für Politik?

Na klar, sonst würden wir ja Popmusik machen… oder Heavy Metal.

PiN: Also seht ihr euch ein Stück weit auch als politische Band?

Nein, nicht in dem Sinne, dass wir eindeutige (tages-)politische Themen verarbeiten wie das im Punk ja häufig gemacht wird. Politisch aber in dem Sinne, dass wir als Einzelpersonen politisch sind und sich dies dann auf die Band auswirkt, weil wir uns z. B. genau anschauen mit wem oder wo wir auftreten.

PiN: Was hälst du von der Diskussion um MP3-Downloads die sich jetzt schon über Jahre hinzieht?

Die langweilt mich. Die Musikindustrie versucht durch massive Repression ihre eigene Innovationslosigkeit auszugleichen und ein paar spezialisierte Anwälte verdienen sich genau wie einige picklige Filesharing-Betreiber ne goldene Nase. Gleichzeitig versteh ich Musiker, die in dem System groß geworden sind und nun plötzlich Existenzangst bekommen, weil ihnen ihre finanzielle Grundlage entrissen wird und die Plattenfirmen – deren Aufgabe es wäre – dem nichts konstruktives entgegensetzen können.

PiN: Wie sind eure zukünftigen Tourpläne?

Überhaupt ne Tour zu spielen oder zumindest regelmäßig Konzerte.

PiN: Was hört ihr privat für Musik?

Ich höre den ganzen Tag Musik…. viel düstere, schwere Musik, die von den Bands vielleicht gar nicht so empfunden wird, haha. Ne gerade freu ich sehr auf die neuen Platten von Amenra und Neurosis. Ich höre aber auch sehr gerne ruhige Sachen wie sie Denovali Records veröffentlichen, gerade besonders Carlos Cipa und A Dead Forest Index.

PiN: Würdest du den Lesern und Hörern denn auch eine gute Pop-CD empfehlen?

Nein. Ruhige Musik ist ja nicht automatisch Pop-Musik. Pop-Musik mag ich nicht. Gute Musik aus der Pop-Musikhauptstadt Mannheim gibt es aber dennoch zu Hauf. Wenn du Tipps möchtest, hör mal bei Whalerider, Planks oder Black Shape Of Nexus rein.

PiN: Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

Noch beim Musikmachen, in irgendeiner Art und Weise.

PiN: Könntet ihr euch vorstellen, dann von der Musik zu leben?

Nein, sicher nicht. Dazu ist unsere Musik nicht geeignet und außerdem haben wir (soweit schon berufstätig) tolle Berufe.

PiN: Gibt es etwas, was du oder ihr den Lesern und Hörern noch sagen wollt?

Den Hörern Danke fürs hören, den Lesern fürs lesen. Den lesenden Hörern und hörenden Lesern zweimal Danke und weiter so!

PiN: Vielen Dank für das Interview!

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