Für ein halbes Jahrzehnt waren sie von der Bildfläche verschwunden, vergessen hatte man sie indes nie: Nun sind Ja, Panik zurück und mit ihnen die wohl schönsten wie zugleich schlausten Songs, die über das Leben, die Liebe, das Leiden und die Allgegenwärtigkeit kapitalistischer Verödung in den vergangenen 20 Jahren geschrieben wurden.

Ein fast magischer Moment war das, an diesem Mittag des 01. Januar 2021. „Apocalypse or Revolution“ lasen die müden Augen auf dem flimmernden Screen. Für einen kurzen Augenblick überkam einen das Gefühl, jetzt wird alles gut und alles wird dieses Jahr anders werden als im vergangenen. Heute wissen wir, dass alles anders kam, weil im Kultursektor alles so blieb, wie es war. Davon zeugte neben vielen anderen Entbehrungen nicht zuletzt die gecancelte Tour von Ja, Panik im Herbst desselben Jahres.

Und auch, wenn einen nun tagein, tagaus der internalisierte Naivitätstrigger vor allzu optimistischen Prognosen warnt, so gibt es nun doch Anlass zu Optimismus: Denn für das Frühjahr 2022 wurde eine neue Ja, Panik-Tour angekündigt, deren planmäßige Realisierung vor wenigen Tagen noch einmal offiziell bestätigt wurde. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wird es die erste Tour der Band seit 8 Jahren werden.

Damals, im September 2014, spielten sie ein legendäres, geradezu ekstatisches Konzert im SO36 in Berlin-Kreuzberg. Es war eines dieser Konzerte, dessen Erinnerung einen über die konzertlosen Lockdown-Dürren 20/21 hinweggetröstet hat, wenn man abends im Bett lag und leise die letzte Zeile der letzten Zugabe „The Evening Sun“ vor sich hinsummte: „Sleeping in a room with my soul left out.“

Nein, unsere Seelen haben wir nicht verloren. Und gottlob, Ja, Panik auch nicht.

Die Ja, Panik-Tour startet am 19.04. in Wien und führt sie am 26.04. ins Lido nach Berlin.

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