Warteschlange, Einlass, Warteschlange, Garderobe. Warteschlange, Theke. Viel Geduld mussten die Zuschauer:innen von Juse Ju am vergangenen Donnerstag mitbringen.

Ungewohnte, altbekannte Bilder. Glückselige Menschen, strahlend am erzählen, ausgelassen am tanzen. Endlich wieder Konzerte, endlich wieder Clubshows. Diesen Satz wird man in den nächsten Monaten sicherlich noch das ein oder andere Mal hören und lesen.

Das Set von Supportact Nikita Gorbunov, das ich, wen wundert es, aufgrund der Warteschlagen nahezu komplett verpasst habe, erinnerte mich ein bisschen an die Musik von Künstlern wie Tristan Brusch. Aber ich verstehe auch nicht allzu viel von Musik der Marke „Mann mit Gitarre“ wie es eine bekannte Begleitung an dem Abend benennt.

Es dauert nicht lange bis Nikita Gorbunov wieder auf der Bühne steht. Dieses Mal allerdings ist er im Hintergrund verantwortlich für die musikalische Untermalung, um den Worten von Juse Ju den passenden Rahmen zu geben. Die Bühne, in tiefem Blau ausgestrahlt, wird von dem Wahlberliner Juse Ju betreten.

Juse Ju | (c) Paul Schall

Die Show beginnt, es ist kurz nach 20 Uhr und das Publikum ist sofort am Start. Das Lied Love Songs, das durch ein Zitat von Nikita „Ich wollte das beste aber am Ende kam es wie immer“ von Juse Ju eingeleitet wird und als Thema die Verarbeitungsmechanismen in Rapsongs von Männern nach Trennungen bearbeitet. „Denn ich kann eure Lovesongs nicht fühlen, egal wie weich sie Marktforscher spül’n“. Das „Marktforscher“ live klingt wie Markt Forster bereitet mir eine innere Freude. Im Verlaufe des Konzerts wünscht sich Juse Ju einen Holzfällerchor und eine Wall Of Death. Er verrät sein Rezept gegen toxische Maskulinität (Yogi Tee) bevor er Männer spielt. Und vor Eine Kleine Frage wird tief eingeatmet. Adrenochrom ist schließlich nicht zu unterschätzen. Was sonst noch passiert: Ein Zuschauer verliert seinen Schuh und zwar zweimal, Juse Ju animiert das Publikum zum Tanzen mit Karnevalsvergleichen.

Am Ende kommt noch das fantastische TNT mit Gitarrenbegleitung durch Nikita und auch Model in Tokio. Nach einer kurzen Pause und den obligatorischen Zugabe-Rufen folgen noch Im Modus, wofür ein Zuschauer den Fatoni Part rappt und dabei ziemlich gut abliefert, Partybullen aus Berlin und zu guter Letzt Shibuya Crossing. Herzlichen Glückwunsch zurück liebes Luxor.

Titelbild: Juse Ju | (c) Paul Schall

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