Sonntagskolumne – Die mieseste Kredithaibande der Stadt


Tatsächlich an einem (diesem!) Sonntag geschrieben: Die Sonntagskolumne aus dem Thüringischen. Gestern Klitschko gegen Joshua, mit kurzzeitigem Fokus auf gespielte Einmarschmusik und Performance der Nebendarsteller, hier: Fahnenhaltedame, bärtiger Steadycam-Typ, Bruder Klitschko, Mister Ansage “EMI recording aaaaaartist”) und Mutti Klitschko, die die ukrainische Hymne a cappella singend durfte (musste?). Im Wembleystadion unter freiem Himmel, im Publikum tausend und ein Handyblitz, der durch die Kameralinse zum Lichtkreuz mutiert und so allem einen hübsch sakralen Schein gibt. Klitschko marschiert zu den ewigen Red Hot Chilli Peppers (fast volle Länge) Joshua hingegen zappt durch eine eher lahme Spotifyliste, spielt mal diesen, mal jenen Song an, irgendwas Trapmässiges folgt auf garnicht mal so effektvolles Nessun Dorma und wird von lahmen Beats abgelöst, die abrupt enden.

Im Ring ein wachsmuseales Rumstehen, alles geschminkt und sich über die telegene Reichweite des eigenen Bildes bewusst, im Gedanken an mögliche Werbeverträge zu Fernsehmakeup erstarrt. Johnson trägt einen flauschigen, weissen Mantel und passende Shorts mit eigenem Namenslogo, Klitschko erträgt graue Shorts von s. Oliver, die mehr nach Feierabendbier aussehen. Der Kampf ist nur kurz spannend und dann eher Gemetzel, trotzdem historisch und so, klar. Der Raum füllt sich mit anteilnehmendem Stöhnen und Heulen, dann hastiges Rauchen und Analyse.

Außerdem diese Woche:

Christian Kracht mag Bob Dylan nicht! 

Irgendwer hat die SPEX-Seite (spex.de) gekapert, sie sieht irgendwie billig und verwässert aus. Schon länger so?

Kaput feiert KREIDLER, wir feiern mit.

Passend zu Kreidler dieser schönste Ja, Panik-Song:

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Wer das ein bisschen dünn findet, kann gerne Gastautor werden, ahoi.

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