Es ist noch gar nicht so lange her, da lagen bei einem Kneipenbesuch Marlboro-Schachteln oder Blättchen auf dem Tisch und nicht Smartphones. Das ist heute anders. Selbst in der Partyszene ist das Rauchen auf dem Rückzug. Zu lange haben Gesundheitsexperten und Politik den Menschen die Gefahren des Rauchens eingebläut. Immer weniger Menschen wollen riskieren, ihr Leben zu verkürzen, um in den zweifelhaften Genuss des blauen Dunstes zu kommen. Und die wenigen, die nicht die Finger vom Nikotin lassen können, weichen immer öfter auf die modischen E-Zigaretten aus. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Besonders auffällig ist, dass viele international bekannte Musikstars immer noch regelmäßig zur Zigarette greifen. Es ist schwer zu sagen, ob das Rauchen unter ihnen wirklich weiter verbreitet ist als in der Durchschnittsbevölkerung. Aber irgendwie scheinen Bühnenpersönlichkeiten auch heute noch mit dem verruchten Image des Rauchers zu spielen.

Rauchen als Gegenkultur

Rauchen ist nicht nur eine Form des Genusses oder der Sucht. Rauchen wurde auch immer als kulturelles Ritual zelebriert. Der Coolness-Faktor der herkömmlichen Zigarette hat zwar in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Dafür haben andere Formen des Rauchens diese Stellung eingenommen. Zahlreiche Musiker besingen etwa ihren Cannabiskonsum und das Ritual, mit dem sie die grünen Blüten in ein Blättchen einwickeln. Und Blättchen ist dabei nicht gleich Blättchen: Das Raucherzubehör ist in Ausführungen aus Holzzellstoff, Reis oder Hanf im Online-Shop erhältlich. Einige Blättchen werden als besonders natürlich beworben und spielen so geschickt mit dem grünen Lebensgefühl der heutigen Zeit. Und auch in verschiedenen Größen sind die Blättchen erhältlich, um das Gefühl der Ästhetik des Rauchens zu fördern. Viele Stars versuchen wohl auf diese Weise, sich von gesellschaftlichen Normen abzugrenzen und als Teil einer Gegenkultur zu inszenieren.

Rauchen fürs Image

In der Vergangenheit ging das so weit, dass das Zigarettenrauchen für Rockstars schon fast zum guten Ton gehörte. Auf diese Weise konnten sie ein Rebellenimage kultivieren. Heutzutage will das nicht mehr so ganz gelingen. Das könnte daran liegen, dass der Zigarette heutzutage die Schützenhilfe aus Kinofilmen und Fernsehwerbung fehlt. Es kann auch daran liegen, dass der Tabakkonsum in den Köpfen der Menschen heutzutage viel zu fest mit den Schockbildern auf den Zigarettenschachteln verknüpft sind. Jedenfalls gibt es nur noch wenige Musiker, die das Rauchen auch heutzutage noch als Bestandteil ihres Images kultivieren. Eine Ausnahme ist beispielsweise die Sängerin Lana Del Rey, die sich auch auf der Bühne gerne einmal eine Zigarette anzündet und damit ihr nostalgisches Flair unterstreicht.

Rauchen und Stress

Vielleicht hat es einen viel banaleren Grund, warum auch heute noch viele Musiker Zigaretten rauchen. Bruno Mars, Katy Perry und Zayn Malik werden regelmäßig mit dem Glimmstängel in der Hand gesichtet. Und Stars wie Ed Sheeran oder Adele schafften es erst nach jahrelanger Abhängigkeit, das Laster loszuwerden. Der Grund dafür könnte schlicht und einfach der Druck und Stress sein, dem erfolgreiche Musiker ausgesetzt sind. Sie befinden sich ständig auf Reisen für Auftritte, müssen für Interviews zur Verfügung stehen und dann zu allem Überfluss auch noch am nächsten Hit arbeiten. Da kann der Griff nach einer Zigarette zur Entspannung eben verlockend sein.

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