1. Listener – Time Is A Machine

Listener schafften 2013 etwas, was wenige Musiker dieses Jahr schafften: Positive Weiterentwicklung von bereits großartigen Konzepten. Ganz abgesehen von einer großen Portion vollkommen verdienter Sympathie, die ich für Dan, Kris und Christin (ja, Männername) seit wundervollsten Konzerten in Dortmund und Aachen hege, ist Time Is A Machine die Vervollkommnung von Rock/Indie/Pop/Post-Dings und Spoken Word. Talk Music in ihrer bisher unsperrigsten Ausprägung, mit großartigen Texten und wunderbaren Strukturen.

 

2. Daft Punk – Random Access Memories

In eine ganz andere Richtung geht’s mit den Franzosen von Daft Punk. Aber auch die schaffen etwas, das für 2013 ungewöhnlich ist: Ein erfolgreiches und sogar erträgliches, nein, gutes Mainstreamalbum. In Zeiten von Pitbull und David Guetta (der auch mal nicht ganz so schrecklich war) zeigen Daft Punk, dass ihre Hommage an die Ursprünge der elektronischen Musik wenn schon nicht innovativ-überwältigend, dann doch wenigstens hochwertig und ohrwurmtauglich ist. Selbst Kollaborationen mit großen, bekannten Namen schmälern das Bild (wie sonst leider üblich) nicht, sondern legen eine Blaupause vor, von der sich die sonstige Electrowelt jenseits des Undergrounds auch 2014 eine Scheibe abschneiden könnte.

http://soundcloud.com/dftpk/daft-punk-random-access

 

3. Deafheaven – Sunbather

Zu Deafheaven braucht man, nicht viel zu sagen. Ich glaube, die Jungs dominieren aktuell diverse Bestenlisten. Meist geht’s da um dieses “Das ist irgendwie Metal, aber die duschen sich trotzdem und das Cover ist pink, wie ironisch!”-Ding. Nun, der Hype ist verdient, Sunbather ist ein großartiges Album. Und dass man “Metal” (was auch immer das ist) in dieser Ausprägung ohne Kirchenanzündenschmarrn oder sonstiges Genregepose hören kann, ist tatsächlich eine Erleichterung. (Dass das Ganze mit anderem Gepose ersetzt wird, steht auf einem anderen Blatt.)

 

4. Kokomo – s/t

Die Duisburger verdienen diesen Platz auf dieser Liste vor allem, weil das selbstbetitelte Album einfach großartig, wuchtig und fett ist. Nebenbei verbinde ich mit Kokomo ein Paar der großartigsten Konzertmomente 2013, viel grünen Nebel und zweimal sinnesüberfordernde Rahmenbedingungen. (Menschen, die wissen, was ich meine, wissen, was ich meine.)

 

5. Red Apollo – diverse Splits

Ähnlich sinnesüberfordernde Rahmenbedingungen verbinde ich mit Red Apollo. Zu den Dortmundern fand ich tatsächlich erst durch ein von Kokomo organisiertes Konzert, war trotz überwältigender Müdigkeit (und Lautstärke) aber sofort begeistert, so dass weitere Konzertbesuche folgten, wovon ich mich vor allem an das Privatkonzert in Köln bei asphaltschmelzenden Außen- und einfach nur brutalen Innentemperaturen im August erinnere. Großartigkeit. Obwohl das letzte große Release eigentlich aus dem Jahre 2012 stammt, waren Red Apollo dieses Jahr nicht faul und haben mit Withers, Sundowning und Gottesmorder mehrere Splits herausgebracht, so dass sie sich diesen Platz auf der Liste definitiv verdient haben.

 

Ein paar warme Worte zum Schluss

Es gäbe noch diverse Releases und Konzerte, die 2013 von Bedeutung waren, aber diese fünf sind meine liebsten. 2013 war ein wahrhaft stressiges Jahr mit viel, viel zu tun. Trotzdem war vor allem der Sommer mit Konzerten gesegnet, die allesamt einen eigenen Artikel wert gewesen wären (oder es waren, man betrachte die Konzertberichtesektion hier auf PiN) und die in Fotos, Texten, Anekdoten oder Erinnerungen haften bleiben. Auf dass 2014 mehr Zeit für mehr Konzerte und noch viele gute Releases bringen möge!

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